Nach Ansicht von Russlands Sondergesandtem für Afghanistan Samir Kabulow gibt es trotz der Eroberung von Gebieten durch die Taliban weiterhin Hoffnung und Aussicht auf Frieden und Sicherheit in dem Land. Kabulow erklärte am Dienstag, die militärischen Gewinne der Taliban müssen nicht die gleichen geopolitischen Probleme bedeuten wie in der Vergangenheit. Nur etwa ein Drittel der Kämpfer sei radikalisiert; und auch diese Gruppe stelle keine Gefahr für benachbarte Länder dar.
Der Diplomat wörtlich: "Nach unserer Einschätzung sind zwei Drittel der Bewegung, inklusive ihrer höchsten Führung, dem Ziel einer politischen Lösung der Krise in Afghanistan verpflichtet." Er fügte hinzu, die Soldaten seien kriegsmüde. Es sei unwahrscheinlich, dass sie versuchen, ihre Operationen auf andere zentralasiatische Nationen auszudehnen.
Die Taliban, die nach eigenen Angaben den größten Teil des Territoriums von Afghanistan eingenommen haben, drängen die von den USA gestützte Regierung in die Ballungsgebiete zurück. Zuletzt hatten Truppen der Regierung im Nachbarland Tadschikistan Zuflucht gesucht. Daraufhin hat Russland Tadschikistan bei der Sicherung seiner Grenzen unterstützt.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa wies auf die große Bedeutung von Verhandlungen hin. Nachdem im Juli hohe Vertreter der Taliban zu Gesprächen in Moskau gewesen waren, sagte sie, dass "die Taliban-Bewegung in unserem Land verboten" ist und dass Moskau "in jeder denkbaren Weise seine Verpflichtung bekräftigt, terroristische Aktivitäten zu bekämpfen".
Jedoch, so Sacharowa weiter, ist "die Taliban-Bewegung Teilnehmer an der inneren Verständigung" in Afghanistan. "Das ist genau die Verständigung, die zu unterstützen der UN-Sicherheitsrat alle Länder aufruft."
Vor einer Woche sagte der erste Stellvertreter des Ständigen Vertreters der Russischen Föderation bei der UNO Dmitri Poljanski RT: "Wir unterstützen die innerafghanischen Verhandlungen, und alle unsere Anstrengungen sind auf die Aufnahme substanzieller Gespräche der beiden Seiten gerichtet." Russland sei in Friedensgesprächen mit den Taliban, wie im UN-Sicherheitsrat vereinbart.
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