NATO-Einsatz in Afghanistan still und leise beendet

Der Einsatz der NATO in Afghanistan ist Geschichte. Ohne offizielle Bekanntgabe beendete sie alle Operationen im Land. Verbleibende Truppen der USA und der Türkei stehen allein in nationaler Verantwortung.

Ohne offizielle Bekanntgabe hat die NATO ihren Einsatz in Afghanistan beendet. In Brüssel bestätigten mehrere Diplomaten und Militärs am Freitag, dass die im Land verbleibenden Truppen aus den USA und der Türkei "mittlerweile vollständig unter der Führung der nationalen Kommandoketten" stehen, wie die dpa meldet.

Der Einsatz hatte nach den Anschlägen vom 11. September 2001 begonnen und sollte dem von Afghanistan ausgehenden Terrorismus ein Ende bereiten. Von August 2003 bis Dezember 2014 führte die NATO die Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) in dem Land. Diese bestand zeitweise aus mehr als 130.000 Soldaten. Sie war oft in Kämpfe der afghanischen Regierungstruppen gegen die militant-islamistischen Taliban einbezogen.

2015 folgte der Einsatz "Resolute Support", der die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der nationalen Sicherheitskräfte in Afghanistan betrieb.

Formell ist der Operationsplan der NATO noch nicht außer Kraft gesetzt. Das hat administrative Gründe, wie die dpa fortfuhr.

Als ein weiterer Grund gilt, dass der nationale Einsatz der USA noch läuft. Präsident Joe Biden hatte zuletzt eine Beendigung bis Ende August angekündigt. Die Vereinigten Staaten hatten stets zahlreiche Soldaten im Land stationiert, die nicht Teil der NATO-Einsätze waren. Dies ermöglichte es ihnen, den afghanischen Streitkräften auch militärische Unterstützung zu geben, die im Rahmen des NATO-Mandats nicht hätte erfolgen können.

2.300 US-Soldaten bezahlten den Einsatz mit ihrem Leben, ebenso 59 Soldaten der Bundeswehr.

Mehr zum Thema - Lawrow: US-Mission in Afghanistan ist "gescheitert"

(dpa/rt)