Moskau nimmt Stellung zum Vorfall mit niederländischer Fregatte im Schwarzen Meer

Das russische Verteidigungsministerium hat die Umstände des Vorfalls am vergangenen Donnerstag mit der niederländischen Fregatte HNLMS Evertsen im Schwarzen Meer nahe der Krim bekannt gegeben. Laut dem Ministerium versuchte das Schiff, russische Hoheitsgewässer zu verletzen.

Das russische Verteidigungsministerium hat sich zu dem Vorfall mit der niederländischen Fregatte HNLMS Evertsen im Schwarzen Meer geäußert. In der Botschaft des Ministeriums heißt es:

"Am 24. Juni 2021 wurde durch die objektive Kontrolle der Schwarzmeerflotte über die Aktionen von NATO-Schiffen im Schwarzen Meer festgestellt, dass die Fregatte Evertsen der niederländischen Marine, die sich in neutralen Gewässern befunden hatte, ihren Kurs änderte und sich in Richtung der Meerenge von Kertsch zu bewegen begann."

Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden Su-30-Jäger und Su-24-Bomber entsandt, um eine Verletzung der Küstenmeergrenze zu verhindern. Die Kampfflugzeuge flogen in sicherer Entfernung in der Nähe des Schiffes, so das Ministerium. Nach den Überflügen, die nach internationalen Regeln zur Luftraumnutzung durchgeführt worden seien, habe die Fregatte sofort den Kurs Richtung russischer Grenze geändert und wieder die vorherige Route aufgenommen.

Zuvor hatte das niederländische Verteidigungsministerium erklärt, russische Kampfjäger hätten eine unsichere Situation geschaffen, indem sie zu tief über die HNLMS Evertsen geflogen seien. Die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld-Schouten bezeichnete die russische Aktion laut Reuters als "unverantwortlich". In einer Erklärung sagte sie, die Evertsen habe jedes Recht, dort zu fahren.

Dieser Vorfall ereignete sich einen Tag, nachdem das russische Militär die Verletzung der russischen Staatsgrenze durch den britischen Zerstörer HMS Defender gestoppt hatte. Das britische Schiff reagierte nicht auf Warnungen, überquerte die russische Staatsgrenze und fuhr drei Kilometer tief in russische Hoheitsgewässer ein.

Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete den Vorfall als Verstoß gegen die UN-Seerechtskonvention und forderte von London eine gründliche Untersuchung. Das russische Außenministerium bezeichnete den Vorfall als grobe Provokation.

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