Lawrow über MH17-Absturz: Faktenvertuschung seitens der USA "von kolossaler Bedeutung"

Der russische Außenminister Sergei Lawrow sagte am Mittwoch, dass die USA wichtige Tatsachen im Verfahren zum Abschuss von Flug MH17 vertuschen, indem sie sich weigern, im Juli 2014 aufgenommene Satellitenfotos bereitzustellen.

In einer Rede bei den Primakow-Lesungen in Moskau sagte Lawrow, die USA würden wichtige Fakten vertuschen, indem sie sich weigerten, Satellitenfotos vom Juli 2014 vom Absturz der MH17 im Donbass bereitzustellen:

Vor einigen Tagen hat ein niederländisches Gericht klipp und klar mitgeteilt, dass es keine Hoffnung mehr gibt, dass die Amerikaner diese Bilder zur Verfügung stellen. Dieses Thema ist für das Gericht abgehakt. Es werden Fakten von kolossaler Bedeutung verschwiegen.

Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 über umkämpftem Gebiet in der Ostukraine abgestürzt. Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben, die meisten waren Niederländer.

Die Maschine war mit einer Luftabwehrrakete abgeschossen worden. Der damalige US-Außenminister John Kerry teilte im Jahr 2014 mit, dass US-Satelliten den Startplatz, die Flugbahn der Rakete und das getroffene Flugzeug verfolgt hätten. Washington lässt jedoch die Anfragen des Haager Gerichts nach Satellitenbildern der Absturzstelle unbeantwortet.

Im Juli 2020 reichte Den Haag eine Klage gegen Russland beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. Die Niederlande beschuldigen drei Russen und einen Ukrainer des 298-fachen Mordes. Mit einem Urteil wird nicht vor Ende des Jahres gerechnet. Da die meisten Opfer aus den Niederlanden kamen, findet dort auch der Prozess statt. 

Das russische Außenministerium bezeichnete die Anschuldigungen wiederholt als grundlos. Präsident Wladimir Putin machte kurz nach dem dem Abschuss die Ukraine verantwortlich.

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