Für die Impfung von Kindern: Moderna will Dosis halbieren

Noch muss der Moderna-Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren zugelassen werden. Das Unternehmen rechnet mit einer Genehmigung in den USA sowie in Europa und sorgt bereits vor. Eine neue Produktionsstätte in den Niederlanden wird reduzierte Dosen herstellen.

In den USA hat Moderna eine vollständige Zulassung seines Impfstoffes für Personen ab 18 Jahren beantragt. Bislang wurde das Vakzin in einer Notfallzulassung erlaubt. Mehr als 124 Millionen US-Bürger sind mit dem Mittel geimpft worden.

Letzte Woche gab das Unternehmen bekannt, Tests hätten die Wirksamkeit des Impfstoffes auch bei Kindern ab 12 Jahren ergeben. 

Was für die Coronavirus-Impfstoffe von Pfizer und BioNTech gilt, will das US-Unternehmen Moderna ebenso erreichen. Die Impfstoffe sind für Kinder ab 12 Jahren zugelassen worden. Anfang Juni wird das Unternehmen die Aufsichtsbehörden in den USA und anderen Ländern ersuchen, die Verwendung seines Produktes für 12-Jährige zu genehmigen. Der Hersteller von Moderna sorgt bereits vor und passt seine Produktion an. 

Am Mittwoch gab das Unternehmen bekannt, dass künftig die Impfdosis bei der Herstellung halbiert wird. Hierzu wurde eine Vereinbarung mit dem Schweizer Arzneimittelhersteller Lonza (LONN.S) getroffen. Produziert werden die reduzierten Vakzin-Dosen im niederländischen Geleen. Pro Jahr sollen es bis zu 300 Millionen Impfstoffe mit je 50 Mikrogramm werden.

Kombiniert mit der Vereinbarung, welche Moderna und das spanische Unternehmen Rovi getroffen haben, wird sich die Herstellungskapazität auf 600 Millionen Dosen jährlich erhöhen. Im Jahr 2022 sollen bis zu drei Milliarden Impfungen mit Moderna verabreicht werden. 

Eine Sprecherin des Moderna-Unternehmens hierzu: 

"Wir gehen davon aus, dass wir ab 2022 eine Mischung von Dosisstufen auf dem Markt haben werden."

Von den niedrigeren Dosen können Kinder profitieren, so argumentiert das Unternehmen. Zudem würde dies erlauben, schneller gegen Virus-Mutationen anzugehen. In Deutschland gab die Ständige Impfkommission keine Empfehlung für die Impfung von Kindern. Dennoch machte die Politik den Weg für Impfungen Minderjähriger ab 12 Jahren frei. Eine Impfpflicht besteht nicht. Auch soll die Teilnahme am Präsenzunterricht nicht von einer Impfung abhängen.

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