Russland versorgt 17 weitere Länder mit COVID-19-Medikament Avifavir

Russlands Staatsfonds und sein Partner Chemrar werden das COVID-19-Medikament Avifavir an 17 weitere Länder liefern, teilte der Fonds am Donnerstag mit. Der Impfstoff basiert auf Favipiravir und ist bedeutend günstiger als Alternativen wie Remdesevir.

Avifavir erhielt im Mai die Genehmigung des russischen Gesundheitsministeriums und basiert auf Favipiravir, das in Japan entwickelt wurde und dort als Grundlage für virale Behandlungen weit verbreitet ist.

Klinische Studien in Japan und Russland haben die Wirksamkeit dieser Medikamente bestätigt, hieß es seitens des Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RDIF) in einer Erklärung.

Russland exportiert bereits seine COVID-19-Tests und hat mehrere internationale Verträge über die Lieferung seines Sputnik-V-Impfstoffs abgeschlossen. Avifavir und andere auf Favipiravir basierende Medikamente, die in Russland hergestellt werden, sowie Remdesivir, das in den USA entwickelt wurde, sind derzeit die weltweit führenden Medikamente gegen COVID-19.

Kürzlich wurden Verträge unterzeichnet, um Avifavir an Argentinien, Bulgarien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, El Salvador, Honduras, Kuwait, Panama, Paraguay, Saudi-Arabien, Serbien, die Slowakei, Südafrika, die Vereinigten Arabischen Emirate und Uruguay zu liefern.

Zuvor hatten es bereits die Aufsichtsbehörden von Bolivien, Weißrussland, Kasachstan und Bulgarien genehmigt, es wurde zudem bereits nach Kirgisistan, Turkmenistan und Usbekistan geliefert.

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Letzte Woche genehmigte Russland die Coronavirus-Behandlung von R-Pharm für ambulante Patienten mit leichten bis mittelschweren COVID-19-Infektionen. Das Unternehmen teilte mit, dass das antivirale Medikament bereits in dieser Woche in den Apotheken des Landes eingeführt werden könnte.

Der Preis für das Avifavir-Coronavirus-Arzneimittel Avifavir wird in den Apotheken etwa 8.000 Rubel (etwa 88 Euro) betragen und damit um etwa 30 Prozent niedriger sein als der Preis ausländischer Konkurrenten, sagte der RDIF-Chef Kirill Dmitriew am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Wir glauben, dass der für mehrere Kontrahenten festgelegte Preis – 12.000 Rubel (133 Euro) ein sehr hoher Preis ist.

Man habe entsprechend geplant, einen vernünftigeren Preis zu bieten, fügte Dmitriew hinzu.

Weil die Produktion von Avifavir auf der Basis eines vollständigen Zyklus einschließlich des Hilfsstoffs erfolgt, konnte eine erhebliche Kostensenkung erzielt werden. Als Ergebnis wird der Preis im Vergleich zu alternativen Medikamenten auf dem ambulanten Markt um 30 Prozent gesenkt.

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(reuters/tass/rt)