Mehr Plätze in Frauenhäusern nötig wegen zunehmender Gewalt an Frauen in Partnerschaften

Zu 81 Prozent sind die Opfer von Gewalt in Partnerschaften Frauen. Im Jahr 2018 stieg die Zahl auf 114.000 Fälle. Eine bundesweite Initiative soll für mehr Plätze in Frauenhäusern sorgen. Das Problem der Gewalt bleibt.

Die Bundesministerin für Familie Franziska Giffey stellte anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen die neue Kampagne "Schweigenbrechen" vor. Diese soll die Bekanntheit von Hilfsangeboten für Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind, ausbauen. Zudem ist ein Erweiterung der Plätze in Frauenhäusern geplant. Besonders im ländlichen Raum, so Giffey, bräuchte es mehr Hilfsangebote.

Betroffene müssen oft abgewiesen werden, weil es in den 350 Einrichtungen an Aufnahmemöglichkeiten mangelt. Künftig soll es bei einem Rechtsanspruch auch einen Platz geben. Doch nur jede fünfte betroffene Frau sucht Hilfe. 

Der Bundeshaushalt investiert zum Ausbau der Schutzunterbringungen in den nächsten vier Jahren 120 Millionen Euro. Jeden Tag versucht ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. In 112 Fällen von Gewalt in Partnerschaften kam es im Jahr 2018 zum Mord. 

Die CDU-Chefin und deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer unterstützt den Aufruf der Kampagne. Auf Twitter schrieb sie: 

Die "Istanbul-Konvention" spricht von Gewalt gegen Frauen als Menschenrechtsverletzung und Diskriminierung bei allen Handlungen geschlechtsspezifischer Art, die zu körperlichem, sexuellem, psychischem oder wirtschaftlichem Schaden und Leid führen. Dazu gehört auch die Androhung von Handlungen, Nötigung und Freiheitsentzug.

In Deutschland sind besonders Frauen im Alter von unter 30 Jahren betroffen. Im Bezug auf die männlichen Täter ist eine Weitergabe der in der Kindheit erlebten Gewalt zu beobachten. Die Hypothese, dass Gewalt in Partnerschaften vorwiegend in ökonomisch ärmeren Schichten, stattfindet ist falsch. 

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