"Vom Spottobjekt zum Vorbild": Bad Bentheim ist Bahnhof des Jahres

Noch vor ein paar Jahren mussten Zugreisende durch ein Fenster klettern, da sich die Tür des Bahnhofsgebäudes in Bad Bentheim nach Umbauarbeiten nicht mehr öffnen ließ. Selbst internationale Medien schrieben darüber. Nun wurde das Gebäude zum Bahnhof des Jahres gekürt.

Eine Jury des Bahnlobby-Vereins Allianz pro Schiene begründete die Auszeichnung am Mittwoch in Berlin unter anderem mit der kundenfreundlichen Gestaltung – vom Vorplatz über komfortable Bänke bis hin zu Angeboten wie Café und Reisebüro.

Damals wurde der Bahnsteig in Bad Bentheim um 40 Zentimeter erhöht – wegen der Barrierefreiheit. Da sich danach die Tür zum Bahnhofsgebäude nicht mehr öffnen ließ, kletterten viele Bahngäste durch ein Fenster, um einen Umweg zu sparen. Das "berühmte Fenster" und die bissigsten Schlagzeilen der Medien seien nun im Bahnhof nahe der niederländischen Grenze ausgestellt. Vom "Spottobjekt" sei das Gebäude in wenigen Jahren zum "Vorbild in Deutschland" geworden, so das Fazit der Allianz pro Schiene.

Der Bahnhof wurde Ende 2018 neu eröffnet, "nunmehr vollständig barrierefrei", wie es hieß. Der inzwischen behobene Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Gebäude sei ein Zuständigkeits- und Abstimmungsproblem gewesen.

Die Allianz pro Schiene kürt seit dem Jahr 2004 jährlich die besten Bahnhöfe bundesweit. Im vergangenen Jahr waren Eppstein im Taunus (Hessen) und Winterberg im Hochsauerland (Nordrhein-Westfalen) ausgezeichnet worden. Kriterien sind etwa Kundeninformation, Sauberkeit, Anbindung an andere Verkehrsträger und ein "subjektiver Wohlfühlfaktor". In der zehnköpfigen Jury saßen unter anderem Vertreter des Fahrgastverbandes Pro Bahn, des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und des Deutschen Tourismusverbandes.

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(rt deutsch /dpa)