Wagenknecht: Linke spricht nicht mehr die Sprache der ärmeren Schichten

Sahra Wagenknecht redet ihrer Partei ins Gewissen: Die Linke habe sich von den Ärmeren entfremdet und werde als belehrend wahrgenommen. Wer jede differenzierte Sicht auf Migration in die Nazi-Ecke stelle, stärke auf diese Weise das rechte Lager.

Die Vorsitzende der Linksfraktion Sahra Wagenknecht hat ihrer Partei vorgehalten, nicht mehr ausreichend die Interessen der Ärmeren zu vertreten. Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Wagenknecht:

Die Linke hat sich von den ärmeren Schichten teilweise entfremdet, weil sie oft nicht deren Sprache spricht und von ihnen als belehrend und von oben herab empfunden wird.

Aus Sicht der Linken-Abgeordneten gibt es im Bundestag eine "breite Mehrheit für mehr sozialen Ausgleich, bessere Löhne, höhere Renten". Die SPD habe allerdings viele Jahre realpolitisch das Gegenteil umgesetzt.

Sahra Wagenknecht hatte unlängst nach einer längeren Krankheit angekündigt, im Herbst aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut als Fraktionsvorsitzende antreten zu wollen. Ihr Mandat im Bundestag will sie aber behalten.

In der Partei umstritten ist unter anderem für ihr Eintreten für eine Begrenzung der Migration. In der Neuen Osnabrücker Zeitung ging sie scharf mit ihren Kritikern ins Gericht. Wagenknecht wörtlich:

Wer jeden, der eine differenzierte Sicht auf Migration einfordert, in die Nazi-Ecke stellt, begreift nicht, dass er genau damit die rechten Parteien stärkt.

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(rt deutsch/dpa)