Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau in Freiburg – Kritik an unzureichender Berichterstattung

Nach dem Besuch einer Diskothek in Freiburg wird eine 18-Jährige Opfer einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung. Die Polizei nimmt nun acht Männer fest – sieben Syrer und einen Deutschen. Erst nach der Festnahme der Verdächtigen nimmt sie detailliert Stellung.

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 14. Oktober, aber die Polizei gab erst nach der Verhaftung aller Hauptverdächtigen einen detaillierten Bericht über die Angelegenheit heraus. Das Opfer, dessen Identität nicht preisgegeben wurde, habe an einer Disco-Party in einem der örtlichen Clubs teilgenommen, wo sie einen syrischen Asylbewerber kennengelernt habe, sagte die Polizei in einer Erklärung.

Vierstündiges Verbrechen

Er habe ihr einen Drink gekauft, und das Paar habe dann zusammen den Club verlassen, heißt es in der Erklärung weiter. Der Mann soll die Frau dann in das nahegelegene Waldstück geschleppt und vergewaltigt haben. Der Täter habe sein Opfer dann im Gebüsch liegen gelassen und sei in das Lokal zurückgekehrt, um seine Freunde zu "rufen", berichtet die Bild.

Die Frau sei dann von mindestens sieben weiteren Männern vergewaltigt worden. Laut Polizei konnte sich das Opfer nicht gegen die Angriffe wehren und wurde "völlig wehrlos" gemacht, da es angeblich von einer unbekannten Substanz berauscht war. Medien berichten, dass das Getränk, das der Syrer ihr gekauft hatte, sogenannte K.-o.-Tropfen oder einige Drogen enthalten haben könnte. Insgesamt soll das Verbrechen vier Stunden gedauert haben.  

Die Frau überlebte den Angriff und erstattete am nächsten Tag Anzeige bei der Polizei. In den zwei Wochen nach dem Überfall nahmen die Beamten sieben syrische Staatsangehörige, die "überwiegend in den Flüchtlingsunterkünften in und um Freiburg lebten", sowie einen deutschen Staatsbürger fest. Die Ermittler sagten auch, dass sie "nicht ausschließen können, dass andere Personen an dem Vorfall beteiligt waren".

Die syrischen Verdächtigten seien zwischen 19 und 29 Jahre alt, während der Deutsche 25 Jahre alt sei, sagte die Polizei und gab keine weiteren Angaben zu deren Identitäten.

Fast alle Verdächtigen sind der Polizei bereits bekannt", sagte der Polizeisprecher, ohne die genaue Art ihrer früheren Vergehen preiszugeben.

Oberbürgermeister: Freiburg wird sicherer

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) verurteilte die Tat. Für Straftäter dürfe es keine Toleranz geben, sagte er am Freitag. Zugleich warnte er vor vorschnellen Urteilen. Straftaten wie diese dürften nicht dazu dienen, Flüchtlinge pauschal zu verurteilen. Die Mehrheit der in Deutschland lebenden Migranten verhalte sich gesetzestreu. Sein Ziel sei, Freiburg gemeinsam mit der Polizei sicherer zu machen. Erste Maßnahmen wie eine erhöhte Polizeipräsenz sowie bessere Beleuchtung an Straßen und Wegen zeigten bereits Wirkung.

Das rund 230.000 Einwohner zählende Freiburg war schon nach dem Mord an einer Studentin vor rund zwei Jahren in die Schlagzeilen geraten. Damals war Freiburg schockiert über den Tod der 19-jährigen Medizinstudentin Maria Ladenburger, die von einem afghanischen Asylbewerber vergewaltigt und ertränkt wurde. Die damalige Tat sowie weitere Verbrechen in Freiburg hatten überregional eine Debatte über die deutsche Flüchtlingspolitik ausgelöst.

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Kritik an Behörden

Der jüngste Vorfall löste in sozialen Netzwerken erneut eine Welle der Entrüstung aus:

Einige gaben auch den deutschen Behörden die Schuld an dem Vorfall:

Alle Festgenommenen wegen vorheriger Straftaten polizeibekannt. Und warum sind die dann noch hier im Land?, fragte eine Person rhetorisch. 

Auch die deutschen Medien wurden für die teilweise als unzureichend erachtete Berichterstattung kritisiert:

Die AfD meldete sich umgehend zu Wort, um den Vorfall zu verurteilen und einige ihrer Ideen zu verbreiten: "Was sollte in unserem Land noch passieren, bevor anerkannt wird, dass Multikulturalität nicht das Richtige ist? Alle Täter waren der Polizei bekannt ... aber sie wandern frei herum und vergewaltigen eine wehrlose Frau", tweetete die bayerische Landesverband.

(Dieser Beitrag wurde unter Verwendung von dpa-Material erstellt)