Staatsangehörigkeit: Bis zu 98 Prozent der in Deutschland Eingebürgerten behalten ihre alte

Eine große Mehrheit der in Deutschland seit einer Gesetzesänderung im Juni 2024 neu Eingebürgerten behält ihren alten Pass und wird Doppelstaatler. Das ergibt sich aus einer Auswertung von Daten aus ausgewählten Städten, deren Ergebnisse "Welt" am Dienstag veröffentlicht hat.

Wie die Welt auf Grundlage von statistischen Erhebungen ausgewählter Städte und Gemeinden am Dienstag berichtet, behalten zwischen 85 und 98 Prozent der zuletzt eingebürgerten Migranten neben der deutschen Staatsbürgerschaft die Staatsangehörigkeit ihres Heimatlandes und werden damit Doppelstaatler. 

Die Zeitung beruft sich dabei auf Statistiken aus Städten, "die hierzu Daten gesammelt haben". Wie umfangreich diese Datensammlung ist und ob sie als repräsentativ gewertet werden kann, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Welt führt weiter aus, dass die "wenigen Neubürger", die keinen Doppelpass wählten, dies in den meisten Fällen taten, weil sie entweder vor der Einbürgerung staatenlos waren oder weil ihr Herkunftsland die Mehrstaatigkeit grundsätzlich nicht oder nur in Ausnahmefällen gestattet. Das gelte etwa für Indien, Äthiopien und Eritrea.

In Deutschland ist die doppelte Staatsangehörigkeit seit dem Inkrafttreten der entsprechenden Gesetzesänderung im Sommer 2024 erlaubt. Zuvor war sie grundsätzlich nicht vorgesehen und bei Einbürgerungen musste der Austritt aus der bisherigen Staatsbürgerschaft oder die rechtliche Unmöglichkeit des Austritts nachgewiesen werden. Faktisch hatten jedoch EU-Bürger sowie diejenigen Deutschen, die von Geburt an die deutsche und eine zweite Staatsbürgerschaft besaßen, zwei Pässe, was geduldet wurde.

Im Jahr 2025 soll es bundesweit mehr als 300.000 Einbürgerungen gegeben haben, dagegen sei die Zahl der neu gestellten Einbürgerungsanträge gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf 189.000 Anträge zurückgegangen. Es werde ein "Bearbeitungsstau" abgearbeitet, hieß es seitens der Behörden. Am häufigsten wurden 2025 Migranten aus Syrien eingebürgert, es folgen die Türkei, Afghanistan, Iran und Russland als Herkunftsländer.

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