Leakte er Aufrüstungspläne von Pistorius? Offizier im Verteidigungsministerium unter Verdacht

Ein Offizier im Bundesverteidigungsministerium soll eine als Verschlusssache eingestufte Liste von 150 militärischen Beschaffungsvorhaben an einen Rüstungslobbyisten weitergegeben haben. Letztendlich veröffentlichte sie "Politico" im Herbst vergangenen Jahres. Nun läuft ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann.

Die Veröffentlichung einer Liste von 150 Beschaffungsvorhaben, die das deutsche Verteidigungsministerium im Rahmen seiner "Kriegstüchtigkeits-Strategie" bis Ende 2026 umzusetzen plante, sorgte im Herbst 2025 für Aufsehen. Es war das Portal Politico, das eine Kopie der Liste publizierte.

Nun sind Ermittler womöglich dem Mann auf der Spur, der die streng vertrauliche Liste einem Rüstungslobbyisten übergeben hat, über den sie dann den Weg in die Presse fand. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel am Donnerstag.

Es soll sich demnach um einen Fregattenkapitän handeln, der im Verteidigungsministerium eingesetzt wurde. Der Offizier ist inzwischen suspendiert, soll reumütig sein und die Vorwürfe auch eingeräumt haben. Ihm drohen nun die Entlassung aus dem Dienst sowie ein Strafverfahren wegen Geheimnisverrats. Das Ministerium habe Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, es gab dem Bericht zufolge einen Beschlagnahmebeschluss, der auch die Auswertung des privaten Mobiltelefons und der privaten Computer des Offiziers ermöglichte.

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