Deutschland

Medic Quadriga 2026: Bundeswehr übt Versorgungkette von in Litauen verwundeter Soldaten

Die Bundeswehr übt die zivil-militärische Versorgungskette von Verwundeten in Litauen. Ziel sei, "die Resilienz des gesamten staatlichen Gesundheitssystems zu stärken." Wie viele Soldaten sie für das Manöver Medic Quadriga 2026 nach Litauen verlege, müsse geheim bleiben.
Medic Quadriga 2026: Bundeswehr übt Versorgungkette von in Litauen verwundeter Soldaten© Urheberrechtlich geschützt

Bei dem NATO-„Operationsplan Deutschland“ (OPLAN) handelt es sich laut der Informationsstelle Militarisierung (IMI) um ein streng geheimes Dokument über die Aufgaben der Bundeswehr und die zivil-militärische Kooperation von über tausend Seiten. Bekannt ist daraus, dass Deutschland aufgrund seiner geostrategischen Lage „als Drehscheibe der NATO in der Mitte Europas“ gilt. Im sogenannten „Ernstfall“ müssten bis zu 800.000 alliierte Soldaten und 200.000 Militärfahrzeuge durch Deutschland verlegt werden können

Die umfassenden Aufgaben Deutschlands seien im „Ernstfall“ nur mit Hilfe ziviler Einrichtungen und Dienstleister zu stemmen: Dazu zitiert die IMI anhand zugänglicher Quellen aus dem OPLAN:

„Dies umfasst Unterstützungsleistungen bei Schutz und Sicherung, Verkehrsleitung, Transport und Umschlag auf Straße, Schiene sowie in See- und Flughäfen, Unterbringung und Verpflegung, Betankung und Instandhaltung, medizinischer Versorgung bis hin zur Rechtsberatung. Diese Aufgabe ist – ohne langen Vorlauf und über lange Zeit – nur mit den Leistungen zivil-gewerblicher Partner sicherzustellen.“

Aus diesem Grund findet im Februar und im März ein gemeinsames Manöver der Bundeswehr mit zivilen medizinischen Einrichtungen statt. Wie die Bundeswehr am Donnerstag veröffentlichte , trainieren sie bei der Übung „Medic Quadriga 2026“ rund „1.400 Übungsteilnehmende“ aus zivilen medizinischen Diensten und aus der Bundeswehr die Versorgung Verwundeter aus Kriegsgebieten. Von diesem Manöver würde das staatliche deutsche Gesundheitssystem insgesamt profitieren. Die Bundeswehr schreibt dazu:

„Ziel ist es, die notwendige zivil-militärische Zusammenarbeit und damit die Resilienz des gesamten staatlichen Gesundheitssystems zu stärken.“ 

Es handelt sich um „die komplexeste Übung des Sanitätsdienstes seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine“. Trainiert würde Patiententransporte und die Weiterversorgung in Deutschland. Die Schnittstelle zwischen ziviler und militärischer Krankenversorgung soll optimiert werden. Die Übung beinhaltet drei übergreifende Übungsanteile:

  • das „schnelle Verlegen von Sanitätskräften über die Ostsee zur Verstärkung an die NATO-Ostflanke inklusive des Aufbaus und Betriebs einer Behandlungseinrichtung der Ebene 2 in Litauen“;
  • das „erstmalige Üben der strategischen medizinischen Evakuierung (StratMedEvac) von Litauen nach Deutschland gemeinsam mit der Luftwaffe“; und
  • die „erstmalige Einrichtung eines zivil-militärisch betriebenen Hubs zur Steuerung des Transports und der Behandlung von Patientinnen und Patienten in Deutschland.“

Zusätzlich trainiert der deutsche Sanitätsdienst eine schnelle Verlegung nach Litauen. Von dort werde der Rücktransport Verwundeter nach Deutschland geübt, mittels dem in der Übung eingesetzten Transportflugzeug des Typs A330 MRTTMulti Role Tanker Transport

Im „Ernstfall“ würde der Bundeswehr-Sanitätsdienst mit seinen Kräften im Schwerpunkt „vorne bei der kämpfenden Truppe eingesetzt.“ Für die weitere Versorgung war die Bundeswehr daher auf zivile Stellen angewiesen. Bei der „Medic Quadriga 2026“ richtet man dazu nahe dem Berliner Flughafen eine medizinische Stelle für die kurzfristige Versorgung ein. Bei der Bundeswehr heißt das „medizinischer Hub“. Von dort aus übernimmt eine sogenannte Medical Task Force in Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe „die regionale Steuerung“ eintreffender Patienten. 

Die Bundeswehr kommentierte auch, welche Erkenntnisse sie aus dem Ukrainekrieg für die Notwendigkeit solcher Sanitätsübungen gewonnen hat:

„Nicht zuletzt die Erkenntnisse aus dem weiter anhaltenden Krieg in der Ukraine zeigen, dass die Durchhaltefähigkeit von Streitkräften maßgeblich auf der medizinischen Versorgung und Gesundung der im Verteidigungskampf eingesetzten Soldateninnen und Soldaten fußt – von der unmittelbaren Verwundetenversorgung im Kampfgebebiet über den Transport zur weiteren Behandlung im Heimatland bis zur Rehabilitation.“

Für die Verteidigung Deutschlands braucht man notwendigerweise eine Zusammenarbeit zwischen dem Sanitätsdienst der Bundeswehr und dem zivilen Gesundheitssystem. Mit dem Manöver Medic Quadriga 2026 würde man nicht nur bestmögliche Behandlung „im Ernstfall“ gewährleisten, sondern die Übung diene auch „der Abschreckung eines möglichen Aggressors.“

Schließlich habe sich seit dem Beginn des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die sicherheitspolitische Lage in Europa grundlegend geändert. Wie viele Truppen bei der Übung auf einen Truppenübungsplatz nach Litauen verlegt würden, könnte aus „Gründen gegeben der militärischen Sicherheit“ nicht bekannt werden.

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