Gefährliche Autobahnblockaden bei Bremen sind ein Rätsel – Klimaterroristen?

Mitten in der Nacht steht auf einer Autobahn ein schwarzer Sattelaufleger quer über die gesamte Fahrbahn. So geschehen in der Nacht zum vergangenen Samstag in Bremen. Es ist reiner Zufall, dass kein Kleinwagen gegen das Hindernis rauschte.

Inzwischen sollen es drei Fälle sein. Jedesmal wurde die A281 blockiert, eine insgesamt nur elf Kilometer lange Autobahnstrecke, Teil einer geplanten Ringautobahn um Bremen. Bisher dient sie vor allem als Zubringer zum Industriehafen.

Zuletzt in der Nacht von 23. auf 24. Januar wurde dieses Autobahnstück blockiert. Ein vermutlich gestohlener schwarz lackierter Sattelaufleger wurde quer über beide Fahrbahnen und den Seitenstreifen gestellt. Das in der Dunkelheit sehr schwer erkennbare Hindernis wurde von der Polizei als lebensgefährdend eingeschätzt, weshalb wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt wird. Tatsächlich hatte der LKW-Fahrer, der die Blockade am Samstag meldete, erst in letzter Sekunde bremsen können.

"Der schwarze, unbeladene Anhänger wurde nicht durch einen Unfall auf der Bahn platziert, sondern gezielt und mit mehreren Arbeitsschritten auf der Autobahn positioniert. Dafür braucht es eine PS-starke Zugmaschine, ein normales Fahrzeug reicht nicht aus", erklärte Polizeisprecher Nils Matthiesen gegenüber Bild.

In der selben Nacht soll nach Meldung des NDR ein weiterer Sattelaufleger quergestellt worden sein; vermutlich auf ebendieser A 281. Schon am 21. Dezember hatte es dort einen ähnlichen Vorfall gegeben – ein kompletter gestohlener Zwölftonner hatte die Fahrbahn blockiert.

Bisher ist völlig unklar, wer warum die Autobahn blockiert hat. Auch wenn der Bremer Industriehafen durchaus eine Rolle beispielsweise bei Lieferungen von Rüstungsgütern spielt, ist eine Blockade der Autobahn doch etwas zu unspezifisch, um sich dagegen zu richten. Wahrscheinlicher wäre wieder eine Aktion von "Klimaschützern". Allerdings gibt es bisher, entgegen der in solchen Kreisen üblichen Verfahrensweise, noch kein Bekennerschreiben.

Auch Bremen ist der bisherigen Zurückhaltung im Umgang mit radikalen "Klimaschützern" gefolgt. Vor ziemlich genau einem Jahr, am 27.01.2025, war eine Gruppe von Klimaklebern in Bremen vom Vorwurf der Nötigung freigesprochen worden, mit der Begründung, es hätte genug Platz gegeben, dass Autofahrer sie hätten umfahren können. Sieben Aktivisten hatten sich damals am Asphalt festgeklebt. Allerdings belegen die Fotos von dieser Aktion, dass ein Umfahren dieser Gruppe wenn nicht von dieser selbst, so auf jeden Fall von der umstehenden Polizei verhindert wurde.

Zur Aufklärung der Autobahnblockaden wurde jetzt bei der Bremer Polizei eine Ermittlungsgruppe gebildet. Der Staatsschutz soll bisher in Bremen nicht eingeschaltet worden sein.

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