30.11.2025 14:44 Uhr
Kreml bestätigt Treffen zwischen Putin und Witkoff
Kremlsprecher Dmitri Peskow hat die Pläne über ein Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Steve Witkoff bestätigt und konkretisiert.
Demnach will Putin den US-Sondergesandten noch vor dem 4. bzw. 5 Dezember in Moskau empfangen, also vor Beginn seines Staatsbesuchs in Indien.
Bei dem Treffen geht es um den von den USA vorgelegten Friedensplan für den Ukraine-Konflikt sowie um die Ergebnisse, die bei den Verhandlungen zwischen Washington und Kiew am Sonntag erzielt wurden.
29.11.2025 21:07 Uhr
Polizei zeigt sich mit Verlauf des Tages in Gießen insgesamt zufrieden
Am frühen Abend zog die hessische Polizei eine erste Bilanz des Anti-AfD-Protesttages in Gießen. Nach Angaben der Ordnungskräfte seien 25.000 Demonstranten gegen die Gründung des AfD-Jugendverbandes auf die Straße gegangen. Die Veranstalter vom Bündnis "Widersetzen" hatten hingegen von 50.000 Teilnehmern gesprochen.
Wie der Focus berichtet, betonte ein Polizeisprecher, dass der überwiegende Teil der Proteste friedlich verlaufen sei. Bis zum Abend ging die Polizei von zehn leicht verletzten Beamten aus, doch deren genaue Zahl habe noch nicht festgestanden. Keine Angaben habe die Polizei zu den Verletzten aufseiten der Demonstranten machen können: "Hinsichtlich verletzter Versammlungsteilnehmender liegen der Polizei keine gesicherten Zahlen vor."
Der Polizeisprecher gab ferner zu Protokoll, dass Proteste, soweit sie gewaltfrei waren, stattfinden konnten:
"Es gab einen Raum für friedlichen Gegenprotest. Gegen Blockaden, die ausschließlich der Verhinderung der AfD-Veranstaltung dienten, wurde differenziert und konsequent vorgegangen."
Die Polizeiführung bewertet ihr Einsatzkonzept demnach als "insgesamt aufgegangen".
Mehr als zufrieden zeigte sich auch das Bündnis "Widersetzen": Alle Proteste gegen den AfD-Jugendkongress seien ein "riesiger Erfolg". Allein an den Blockaden, die die Zufahrtswege und Zugänge zum Veranstaltungsort behinderten, hätten sich über 15.000 Demonstranten beteiligt.
Die meisten Protestteilnehmer hatten Gießen am Abend wieder verlassen. Nach Polizeiangaben wurden für die Abreise der Demonstranten teilweise zusätzliche Busse zur Verfügung gestellt.
"Tichys Einblick": DGB hat Demonstranten auf TE-Reporter "gehetzt"
Wie auf X und anderen "Social Media"-Kanälen zu sehen war, wurde ein Kameramann des Online-Portals Tichys Einblick (TE) am Rande der Proteste in Gießen von einem gewalttätigen Demonstranten niedergeschlagen.
Zu dem Vorgang schreibt TE:
"Eskalation in Gießen: Sprecher des DGB fordern von der Bühne auf, nicht mit dem TE-Kamera-Team, das dort dreht, zu sprechen und es zu vertreiben. Zwei Dutzend, meist vermummte DGB-Schläger, kreisen daraufhin das Team ein und schlagen mit Fäusten auf die TE-Mitarbeiter ein."
Ein Video vom gewalttätigen Übergriff hat TE seiner Kurzmeldung beigefügt.
Einer der Gewalttäter sei, wie es in einem X-Posting heißt, inzwischen möglicherweise identifiziert; es soll sich um einen in Gießen ansässigen Mann handeln. Im Clip ist offenbar zu sehen, wie der mutmaßliche Täter auf die Kamera des TE-Reporters oder eventuell – was jedoch nicht unmittelbar zu erkennen ist – dem Reporter direkt ins Gesicht geschlagen haben dürfte.
Chrupalla: "Bürgerkriegsähnliche Zustände" – "Generation Deutschland" soll "Kaderschmiede" der AfD werden
In einem Interview mit der Jungen Freiheit äußerte sich der AfD-Ko-Vorsitzende Tino Chrupalla zu den Umständen, unter denen der Gründungskongress des Jugendverbandes seiner Partei stattfinden musste. Er sprach dabei von "bürgerkriegsähnlichen Zuständen". Er selbst habe auch lange warten müssen, bevor er "mit Begleitschutz" durch die Blockaden zum Veranstaltungsort gelangen konnte.
Chrupalla wandte sich auf Nachfrage des Reporters gegen die Unterstellung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), es habe sich um Auseinandersetzungen der extremen Linken mit der extremen Rechten gehandelt. Chrupalla wies die unterschwellige Behauptung des Kanzlers zurück, AfD-Mitglieder oder -Abgeordnete seien ausfällig geworden oder hätten Gewalt angewandt. Der Co-Vorsitzende betonte, er wisse nicht, wen Merz mit der Bezeichnung "extrem rechts" gemeint haben könnte, die AfD und ihre Mitglieder könnten es jedenfalls nicht gewesen sein. Bei Merz wisse man bekanntlich oft nicht, "auf welchem Auge er blind ist".
Der Name "Generation Deutschland" sei eine sehr gute Wahl und verdeutliche den "Neustart" der Jugendorganisation gut. Der Verband solle die "Kaderschmiede" der AfD werden, aber auch für Quereinsteiger offen sein. Neues qualifiziertes und Führungspersonal werde sich in der neuen Organisation "beweisen" können. Man wolle jedoch keine Parteijugend "im Gewächshaus züchten", so Chrupalla gegenüber der JF.
Doch kein Kurswechsel in Sicht?
In einer ersten Stellungnahme gegenüber dem Deutschlandfunk äußerte sich der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder skeptisch über die politische Ausrichtung des neuen Jugendverbandes, der sich unter der Bezeichnung "Generation Deutschland" gegründet hat. Schroeder unterstrich, personell würde sich die neue Organisation kaum von der Vorgängerformation, der "Jungen Alternative", unterscheiden. Es handele sich fast um die gleichen Köpfe, die auch schon in der "JA" das Sagen gehabt hätten.
Gegenüber der Welt hatte der Rechtsextremismusexperte" Christoph Schulze erklärt, er könne keine Mäßigung bei dem frisch gewählten Vorsitzenden, dem Brandenburger Landtagsabgeordneten Jean-Pascal Hohm, erkennen. Schulze wörtlich: Die Wahl Hohms sei "keinesfalls als Signal für eine Mäßigung zu werten". Im Gegenteil, der brandenburgische Landespolitiker stehe für ein "Festhalten am radikalen Kurs".
Lage beruhigt sich im Laufe des Nachmittags
Im Laufe der letzten ein bis zwei Stunden ist es in der Gießener Innenstadt merklich ruhiger geworden, berichtet Bild. Der Grund: Zahlreiche Protestteilnehmer hätten die Kundgebung bereits verlassen. Außerdem würden einige Demonstranten einen Abstecher auf den Weihnachtsmarkt machen. Allerdings setzt die Polizei weiterhin einen Hubschrauber ein, der über der mittelhessischen Stadt seine Runden drehte. Gegen 16.30 Uhr haben den Berichten zufolge rund 800 Demonstranten auf ihre Busse für die Abfahrt gewartet, unter ihnen Vermummte, wie das Blatt betont.
Rund um die Messehalle, den Veranstaltungsort der "Generation Deutschland", habe sich die Lage inzwischen entspannt.
Hessischer Innenminister kritisiert gewaltsame Proteste scharf – mindestens 15 verletzte Polizisten
Roman Poseck (CDU), der Innenminister Hessens, hat die gewalttätigen Übergriffe während der Proteste gegen den Gründungskongress der AfD-Jugendorganisation mit scharfen Worten kritisiert. Er verurteile diese Gewalt "massiv", so Poseck, wie der Focus berichtet.
Zunächst war die Rede von zehn leicht verletzten Polizisten, inzwischen wird von mindestens 15 verletzten Beamten ausgegangen.
Wie berichtet, hatte es Flaschen- und Steinwürfe gegen Polizisten sowie – als Gegenmaßnahme der Polizei – Einsätze von Wasserwerfern gegeben, wie Poseck bestätigte.
Zunächst hatte die Polizei mit bis zu 50.000 Protestteilnehmern in Gießen gerechnet. Poseck: "Aber noch ist die Veranstaltung ja auch nicht beendet." Der Minister vertrat die Ansicht, der Polizeieinsatz mit einem Großaufgebot von Beamten aus 15 Bundesländern sei vorerst erfolgreich verlaufen. Die Zahl der Demonstranten bezifferte Poseck auf 25.000 bis 30.000 Personen.
Weihnachtsmarkt in Nachbarort wegen "gewaltbereiter Aktivisten" abgesagt
Im kleinen Ort Waldgirmes, etwa sieben Kilometer von Gießen entfernt, haben die Ortsvereine den dortigen Weihnachtsmarkt wegen der Gefahrensituation absagen müssen. Vorausgegangen war eine Warnung der Gemeinde Lahnau:
Auf Social Media schreiben die Veranstalter: "Leider müssen wir den Winterzauber kurzfristig absagen. Die Demonstranten sind inzwischen bis nach Dorlar vorgedrungen, sodass eine sichere Durchführung der Veranstaltung nicht mehr gewährleistet werden kann."
Polizei dementiert Berichte über Verletzung eines Dienstpferdes
Die Bundespolizei Hessen verlautbarte, dass das betreffende Dienstpferd keinen gesundheitlichen Schaden durch seinen Sturz erlitten hat. Auch habe es beim Unfall keine Fremdeinwirkung gegeben. Zuvor waren in den sozialen Medien Berichte kursiert, dass das Pferd schwer verletzt sei oder gar eingeschläfert werden müsse. Auf X teilte die Polizei mit:
"Wichtige Information: Ein Dienstpferd unserer Reiterstaffel ist bei dem Einsatz in Gießen ohne Fremdeinwirkung gestürzt. Sowohl Reiterin als auch Dienstpferd sind nicht verletzt. Wir bitten darum, die Verbreitung von Falschinformationen zu unterlassen."
Jean-Pascal Hohm zum Vorsitzenden von "Generation Deutschland" gewählt
Bei der Gießener Versammlung zur Neugründung der AfD-Parteijugend wurde der Cottbuser Jean-Pascal Hohm mit 90 Prozent zum Vorsitzenden der "Generation Deutschland" gewählt.
Der 28-Jährige ist seit 2014 in der Partei, leitete schon mit 17 Jahren die "Junge Alternative Brandenburg" und ist seit Oktober 2024 Abgeordneter im brandenburgischen Landtag.
Hohm galt als Kandidat der Parteiführung, insbesondere der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel. Es gab keinen Gegenkandidaten. Auch auf Fragen an den Kandidaten verzichtete die Parteijugend. Die nahezu einhellige Wahl darf als Bemühung um Parteidisziplin und zugleich als Vertrauensbeweis gegenüber Hohm gewertet werden.
In seiner Kandidatenrede versuchte er, die innerparteilichen Lager zu vereinigen. Man dürfe nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen und sich als AfD-Jugend-Organisation für innerparteiliche Machtkämpfe missbrauchen lassen.
Auch auf den in der Partei schwelenden Konflikt der außenpolitischen Ausrichtung der möglicherweise zukünftigen Regierungspartei AfD ging Hohm ein. Bezüglich des Verhältnisses zu Russland beteuerte er: Weder Alice Weidel noch Tino Chrupalla noch sonst jemand im Raum sei ein Knecht Russlands oder sonst eines anderen Landes. Alle seien deutsche Patrioten, die den Interessen ihres Landes dienen wollten.
Hohm gab auch ein deutliches Bekenntnis zu den staatlichen Institutionen ab: Die "Generation Deutschland" sei die Stimme der jungen Deutschen, die trotz aller geopolitischen Verwerfungen bereit seien, ihren Dienst fürs Vaterland in Armee und Polizei zu leisten.
Ausschreitungen eskalieren: Demonstranten gelingt Durchbruch
Die Demonstranten versuchen, zur Hessenhalle durchzubrechen. Circa 1.000 Demonstranten sind bereits über das Betriebshofgelände in die Messe eingedrungen, haben Zaunelemente entfernt und rennen die Böschung hinauf. Die Wasserwerfer der Polizei drängen sie zurück.
Rund 300 Meter vor der Hessenhalle kommt es derzeit zu schweren Ausschreitungen. Die Polizei setzt Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein, mehrere Verletzte wurden abtransportiert. Nius veröffentlichte mehrere Videos eines Reporters vor Ort auf X, die das Gedränge an der Böschung dokumentieren. Entstanden sind sie vermutlich gegen 14 Uhr.
Merz zu Krawallen: "Auseinandersetzung zwischen ganz links und ganz rechts"
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Auseinandersetzungen am Rande des Gründungskongresses der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen kritisiert. Beiden Konfliktparteien warf er gleichermaßen Gewaltbereitschaft vor. "Sie werden heute Abend Fernsehbilder aus der Stadt Gießen sehen, die alles andere als erfreulich sind, eine Auseinandersetzung zwischen ganz links und ganz rechts", sagte Merz beim Landesparteitag der sachsen-anhaltinischen CDU in Magdeburg.
"Ich möchte, dass wir in der politischen Mitte unseres Landes zeigen, dass wir Probleme lösen können", sagte Merz. Freiheit und Frieden seien am wichtigsten. Der Bundeskanzler warnte vor einer Faszination des Autoritären. Einfach mal auf den Tisch hauen – so funktioniere Demokratie nicht, sagte Merz. Man müsse gut diskutieren und notwendigen Streit aushalten. Merz kritisierte in diesem Zusammenhang den "Linkspopulismus und vor allem Rechtspopulismus im eigenen Land".
Die neue AfD-Jugendorganisation hat einen Namen: Generation Deutschland
In geheimer Wahl gab die in Gießen versammelte Parteijugend der von den Parteigrößen präferierten und im Vorfeld propagierten Bezeichnung "Generation Deutschland" den Vorzug vor der alten Bezeichnung "Junge Alternative". In einer vorherigen Abstimmung hatte sich das ebenfalls vorgeschlagene "Jugend Germania" nicht durchsetzen können.
Polizeipferd wird schwer verletzt
Ein Polizeipferd stürzte eine Böschung nahe dem Bahnhof Gießen hinab und wurde verletzt. Laut der Jungen Freiheit geschah der Vorfall um 11:15 Uhr. Wie es dazu kam, ist unklar. Das Compact Magazin beschuldigte Demonstranten der Tat. Einige AfD-Abgeordnete reagierten betroffen auf den Vorfall und forderten daraufhin ein Antifa-Verbot.
Durchbruchsversuch zur Messehalle
Am frühen Nachmittag ist zahlreichen Aktivisten trotz Polizeiabsperrung der Durchbruch in die Weststadt von Gießen gelungen. Das berichtete die Wormser Zeitung, die dazu ein Bild mit rennenden Menschen in Signalwesten veröffentlichte.
Polizei bestätigt Steinwürfe auf Beamte
Die Polizei hat ein erstes Fazit zum heutige Einsatztag abgegeben: Immer wieder sei es zu Angriffen auf Polizeikräfte gekommen, erklärt ein Sprecher. "Vereinzelt kam es auch zu Flaschen- und Steinwürfen in Richtung der eingesetzte Polizeikräfte", teilte ein Polizeisprecher mit. Zudem habe man bei der Beseitigung von Blockaden teilweise Wasserwerfer einsetzen müssen.
Weidel appelliert an Medien und lobt "Korpsgeist"
Die AfD-Co-Chefin Alice Weidel hat in ihrem Grußwort die Medien zur Mäßigung aufgerufen. Sie habe sich unterdessen "die ganze Woche Sorgen gemacht". Viele Mitglieder seien bereits um 4 Uhr aufgestanden, um in die Halle zu gelangen. Was sie hier heute sehe, "das ist Korpsgeist, das ist Mut". Weidel bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern und der Polizei. "Bei allen, die diese Veranstaltung heute gesichert haben."
Auch sprach sie von einer Gewaltbereitschaft, vor der man sich regelrecht fürchten muss. Sie hätte es nicht für möglich gehalten, dass so etwas noch einmal in Deutschland vorkommt. Die Medien hätten im Vorfeld von einer Versammlung rechtsextremer Netzwerke geschrieben. Auch die Medien müssten abrüsten. Sie betonte, dass Journalisten eine Mitverantwortung für das Klima in unserem Land tragen.
Chrupalla: Sollen nicht so glattgebügelt sein
Zunächst halten die beiden AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla und Alice Weidel ihre Grußworte. Draußen stehe die "Letzte Generation", in der Halle gehe es darum, eine "neue Generation" zu gründen, erklärt Chrupalla. "Wir werden Deutschland neu aufbauen müssen", meint er. Dabei komme es auf eine Jugend an, die anders sei. Er freue sich, dass hier und heute eine Jugendorganisation gegründet werde, "auf die das Land stolz" sein könne. Sie soll nicht so glatt gebügelt sein wie die im März aufgelöste Vorgängerorganisation "Junge Alternative".
Die Partei sei nicht mehr dieselbe wie in den Jahren 2015 oder 2019. Die Hälfte der Wähler könne sich heute vorstellen, die AfD zu wählen. Es müsste deshalb das komplette Meinungsspektrum in der Partei abgebildet werden. Chrupalla will eine Politik für Deutsche "mit und ohne Migrationsgeschichte". In der Zukunft gehe es um Professionalisierung.
Weitere Gewalttaten gemeldet, Chrupalla ruft zu Demut auf
In seiner Rede kritisierte der Co-Vorsitzende Tino Chrupalla die Ausschreitungen rund um den Kongress und die Gewalt gegen die Delegierten. Es werde mehrere Generationen dauern, Deutschland wieder aufzubauen, sagte er. "Wenn die AfD an die Macht kommt, wird sie einen Scherbenhaufen vorfinden", so Chrupalla. Er rief die in der Halle versammelten Leute zu Demut und Respekt vor der politischen Arbeit auf.
Zuvor hatten der Brandenburger Landtagsabgeordnete Dennis Hohloch und der Bundestagsabgeordnete Hannes Gnauck gesprochen. Gnauck berichtete, ein Geschwisterpaar sei von der Antifa eingekreist worden. Nicht nur der Bruder, sondern auch die Schwester habe Schläge einstecken müssen.
Jugendkongress fängt mit über zwei Stunden Verspätung an
Die für 10 Uhr angesetzte Veranstaltung fängt mit mehr als zwei Stunden Verspätung um ca. 12:15 Uhr an. Zu diesem Zeitpunkt waren das Vorsitzenden-Duo Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie andere AfD-Prominente wie Björn Höcke bereits im Konferenzsaal der Hessenhalle angekommen.
"Die letzten Teilnehmenden der Gründungsveranstaltung sind an der Messe eingetroffen. Die Veranstaltung hat begonnen", teilte die Polizei auf X um 12:23 Uhr mit.
Schlägerei vor Messehalle: AfD-Abgeordneter Julian Schmidt von Vermummten attackiert
Der Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt wurde nach dem Abstellen seines Autos von gewaltbereiten Demonstranten angegriffen. Während er sein Auto in der Nähe der Hessenhalle parkte, erkannten ihn die bislang unbekannten Angreifer. Mit rund 20 Mann seien diese dann auf Schmidt und seine Begleitung losgegangen, berichtete er gegenüber der Jungen Freiheit. Im Gesicht habe er Schrammen und Rötungen von Schlägen und Tritten. Die Polizei sei recht schnell eingeschritten. Sein Auto musste der Bundestagsabgeordnete zurücklassen.
Auf einem auf Telegram geposteten Video ist zu sehen, wie er mit Fäusten angegriffen wird, kurz zu Boden geht und dann auf die Angreifer zurückschlägt. Seine Begleiter schreiten bei dem Handgemenge tatkräftig ein.
Blockade auf B49 aufgehoben
Die Demonstranten haben zwischenzeitlich ihre Blockade auf der Bundesstraße 49 aufgehoben. Laut Meldung der Polizei Mittelhessen folgten sie dabei einer Aufforderung der Polizei. "Bei dieser Blockade kam die Gruppe der letztmaligen Aufforderung, die Straße zu verlassen, nach", teilte die Behörde auf X mit. Die AfD-Abgeordnete Silke Schöps bestätigte dies auf Telegram.
Kritik an Veranstaltungsort und "linksextremer Selbstjustiz"
Hunderte AfD-Anhänger gelangen derzeit aufgrund der Blockaden nicht nach Gießen. Medienberichten zufolge sollen sie nun zu einem Treffpunkt außerhalb der Stadt gelotst und dann von der Polizei zum Veranstaltungsort Messehalle gebracht werden. Die AfD-Gegner greifen dabei auch zu für sie selbst riskanten Blockademethoden. So sollen sich einige Aktivisten von einer Brücke abgeseilt haben.
Mittlerweile kritisieren Aktivisten aus der rechten Szene die AfD scharf für die Wahl Gießens als Versammlungsort. Angesichts der Selbstjustiz linker Gruppen fordern auch die ersten CDU-Bundestagsabgeordneten ein Antifa-Verbot. "In meinem Heimatort spielen Linksextreme Selbstjustiz. Es ist überfällig diese Banden zu ächten", schrieb Johannes Volkmann auf X.
WELT-TV: Polizei mit Steinen beworfen
Laut einem Bericht von WELT-TV sind Polizisten von Demonstranten mit Flaschen und Steinen beworfen worden. Unter den Beamten gebe es die ersten Verletzten. Das Gelände rund um den Veranstaltungsort habe sich in eine Sperrzone verwandelt, so Reporter vor Ort.
Blockade auf B49: Polizei gerät in Bedrängnis und setzt Wasserwerfer ein
Auf einem in den sozialen Medien geposteten Video ist zu sehen, wie sich die Menge der Demonstranten auf die Polizisten zubewegt, woraufhin die Beamten zur Verteidigung gegen sie zu Schlagstöcken greifen. Reporter vor Ort berichteten auch vom Einsatz der Wasserwerfer auf der blockierten Bundesstraße.
Die Polizei bestätigte ebenfalls den Einsatz von Wasserwerfern. "Wir räumen aktuell eine Blockade von 2.000 Personen auf der B49, nachdem die Gruppe auf die mündliche Aufforderung, die Straße frei zu machen, nicht reagiert hat. Zur Räumung setzen wir auch den Wasserwerfer ein", teilte die Polizei Mittelhessen auf X mit.
Autos von AfD-Delegierten angegriffen
Dass einige AfD-Gegner auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurückschrecken, zeigt ein Video aus dem Auto des Berliner AfD-Politikers Martin Kohler. Eine Scheibe seines Autos ging durch einen Steinwurf zu Bruch. Bemerkenswert: Auch Jean-Pascal Hohm, der designierte Vorsitzende der neuen AfD-Jugendorganisation, soll noch auf dem Anfahrtsweg, weit entfernt vom Veranstaltungsort, festsitzen.
16 Zufahrtsstraßen rund um die Stadt und Messegelände blockiert
Die AfD trifft sich an diesem Wochenende zur Neugründung ihrer Jugendorganisation im hessischen Gießen. Bereits im Vorfeld waren zahlreiche Gegendemonstranten angekündigt worden. Am Samstagmorgen sind die Ereignisse eskaliert. Viele Veranstaltungsteilnehmer können aufgrund von Blockaden nicht zur Messehalle gelangen.
Berichten zufolge haben mehrere Tausend Demonstranten die Zufahrtswege nach Gießen blockiert. 16 Zufahrtsstraßen sollen insgesamt blockiert sein. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um die Blockade-Teilnehmer zu verdrängen.
Bilder aus Gießen zeigen, wie die Antifa unter anderem Zugangsunterführungen zur Messehalle mit Sprintern blockiert. Wie die Polizei Mittelhessen mitteilte, kontrollieren Demonstranten die durchfahrenden Autos auf der L3020 und demolieren die Fahrzeuge. Einige AfD-Anhänger berichten, sie seien schon am frühen Morgen von der Polizei zum Veranstaltungsort eskortiert worden.
"Um mal ein Eindruck der zahlreichen Blockaden rund um Gießen zu bekommen. Es sind nicht nur große Demonstrationszüge, sondern auch kleine Straßenblockaden an Feldwegen, wie diesem. Polizei weit und breit nicht zu sehen", schrieb Tagesspiegel-Korrespondent Julius Geiler auf X.