Tumulte rund um AfD-Jugendkongress: Polizei setzt Wasserwerfer gegen Blockierer ein

Die AfD trifft sich an diesem Wochenende zur Neugründung ihrer Jugendorganisation im hessischen Gießen. Bereits im Vorfeld waren zahlreiche Gegendemonstranten angekündigt worden. Am Samstagmorgen sind die Ereignisse eskaliert. Viele Veranstaltungsteilnehmer können aufgrund von Blockaden nicht zur Messehalle gelangen. 

Schätzungen zufolge haben bis zu 2000 Demonstranten die Zufahrtswege nach Gießen blockiert. 16 Zufahrtsstraßen sollen insgesamt blockiert sein. Die Polizei griff daraufhin zum Einsatz von Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcken um die Blockade-Teilnehmer zu verdrängen. 

Bilder aus Gießen zeigen, wie die Antifa unter anderem Zugangsunterführungen zur Messehalle mit Sprintern blockiert. Wie die Polizei Mittelhessen mitteilte, kontrollieren Demonstranten die durchfahrenden Autos auf der L3020 und demolieren die Fahrzeuge. Einige AfD-Anhänger berichten, sie seien schon am frühen Morgen von der Polizei zum Veranstaltungsort eskortiert worden.

"Um mal ein Eindruck der zahlreichen Blockaden rund um Gießen zu bekommen. Es sind nicht nur große Demonstrationszüge, sondern auch kleine Straßenblockaden an Feldwegen, wie diesem. Polizei weit und breit nicht zu sehen", teilte Tagesspiegel-Korrespondent Julius Geiler auf X mit. 

Dass manche der AfD-Gegner auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, zeigt ein Video aus dem Auto des Berliner AfD-Politikers Martin Kohler. Die Scheibe seines Autofenster ging aufgrund eines Steinwurfs zu Bruch. Bemerkenswert: Auch Jean-Pascal Hohm, der designierte Vorsitzende der neuen AfD-Jugendorganisation, soll ebenfalls noch auf dem Anfahrtsweg festsitzen, weit entfernt vom Veranstaltungsort.

Auf einem in den sozialen Medien geposteten Video ist zu sehen, wie die Menge der Demonstranten auf die Polizisten zurollt, woraufhin die Beamten zur Verteidigung gegen sie zu Schlagstöcken greifen.

Einige Videos vom Ort des Tumults setzte Julius Geiler ins Netz. Er berichtete auch vom Einsatz der Wasserwerfer auf der blockierten Bundesstraße. 

Die Polizei bestätigte ebenfalls den Einsatz von Wasserwerfern. "Wir räumen aktuell eine Blockade von 2000 Personen auf der B49, nachdem die Gruppe auf die mündliche Aufforderung, die Straße frei zu machen, nicht reagiert hat. Zur Räumung setzen wir auch den Wasserwerfer ein.", teilte Polizei Mittelhessen auf X mit. 

Laut einem Bericht von WELT-TV seien Polizisten von Demonstranten mit Flaschen und Steinen beworfen worden und es gebe unter den Beamten die ersten Verletzten. Das Gelände rund um den Veranstaltungsort habe sich in eine Sperrzone verwandelt, so Reporter vor Ort.

Hunderte AfD-Anhänger können aufgrund der Blockaden nicht nach Gießen gelangen. Medienberichten zufolge sollen sie jetzt zu einem Treffpunkt außerhalb der Stadt gelotst und dann von der Polizei zum Veranstaltungsort Messehalle gebracht werden. Die AfD-Gegner greifen dabei auch zu für sie selbst riskanten Blockademethoden. So  sollen sich einige Aktivisten von einer Brücke abgeseilt haben.

Mittlerweile kritisieren Aktivisten aus der rechten Szene scharf die AfD für die Wahl Gießens als Versammlungsort. Angesichts der Selbstjustiz linker Gruppen fordern auch die ersten CDU-Bundestagsabgeordneten ein Antifa-Verbot. "In meinem Heimatort spielen Linksextreme Selbstjustiz. Es ist überfällig diese Banden zu ächten.", schrieb Johannes Volkmann auf X.

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