Bundesregierung erwägt Teilverkauf von Uniper

Einer Agenturmeldung zufolge will der Bund noch in diesem Jahr beginnen, seine Beteiligung am verstaatlichten Energieversorger Uniper zurückzufahren. Uniper wurde in der Energiekrise 2022 verstaatlicht, der Bund hält mehr als 99 Prozent der Anteile.

Die Bundesregierung bereitet einer Agenturmeldung zufolge den ersten Verkauf von Anteilen ihrer 99-prozentigen Beteiligung am Energiekonzern Uniper vor. Ein größeres Paket könnte bereits Ende 2024 oder 2025 verkauft werden, meldet Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf Insider. Die Bundesregierung hatte den Konzern in der Energiekrise 2022 verstaatlicht und hält mehr als 99 Prozent der Unternehmensanteile.

Der Versorger sei mit möglichen Beratern im Gespräch, der Prozess sei aber noch in einem Anfangsstadium. Der Bund werde aber wohl zunächst die Mehrheit behalten, um eine gute Kreditwürdigkeit zu garantieren. Möglich sei der Verkauf größerer Pakete an Investoren, man könne aber auch im Rahmen eines sogenannten Re-IPOs wieder mehr Aktien an die Börse zu bringen, sagten zwei Insider. Das Bundesfinanzministerium lehnte eine Stellungnahme zunächst ab und wollte sich nicht zu den Plänen äußern. Ein Sprecher des Ministeriums sagte:

"Spekulationen kommentieren wir nicht."

Allerdings verwies er darauf, dass die EU-Kommission die Bundesregierung verpflichtet habe, ihre Beteiligung an Uniper bis spätestens Ende 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. Auch Uniper wollte sich nicht zu der Angelegenheit äußern. Vorstandschef Michael Lewis hatte in den vergangenen Wochen betont, dass dies Sache des Bundes sei. Er erklärte allerdings auch, dass das Unternehmen "in ständigem Dialog mit der deutschen Regierung als unserem Eigentümer" stehe. Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass man in den kommenden Jahren weiterhin am Gasgeschäft festhalten wolle. So erklärte Lewis jüngst:

"Deutschland braucht Gas bis mindestens Ende der 30er Jahre […] Wir sind der größte Importeur von Gas in Deutschland. Wir wollen diese Position behalten."

Das Unternehmen wolle sich daher auch am Bau neuer Gaskraftwerke beteiligen. Wenn die Kraftwerksstrategie stimme, könne man sofort anfangen, so Lewis. Die Pläne seien fertig. Nach dem Erhalt einer Baugenehmigung dauere es rund fünf Jahre bis zur Fertigstellung. Dennoch solle Uniper insgesamt grüner werden. "Laut unserer Strategie ist sehr klar, wir werden in fünf Jahren deutlich mehr erneuerbare Energien in unserem Portfolio haben."

Mehr zum Thema - Krise der Energiewirtschaft: Verstaatlichung als Ausweg?