Bundesregierung verursacht 308 Tonnen Kohlenstoffdioxid bei Flügen zu Weltklimakonferenz in Ägypten

Bei der jüngsten UN-Klimakonferenz warfen Umweltschützer den Teilnehmern Scheinheiligkeit vor, da sie sich in Zeiten von Videokonferenzen für Flugzeuge entschieden hatten. Das Auswärtige Amt legte nun Statistiken über den CO2-Fußabdruck der Regierungsmaschinen vor.

Bei Hin- und Rückflügen im Zusammenhang mit der 27. UN-Klimakonferenz im ägyptischen Scharm El-Scheich haben Mitglieder der Bundesregierung sowie deren Mitarbeiter etwa 308 Tonnen Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. Das geht aus einer aktuellen schriftlichen Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Frage der ehemaligen AfD-Abgeordneten Joana Cotar hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Wie das Auswärtige Amt mitteilt, umfasst der genannte Ausstoß alle Flüge, die im Kontext der Konferenzteilnahme der Bundesregierung angefallen sind. Dazu gehören den Angaben zufolge Flüge mit drei Maschinen der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums sowie An- und Abreisen von Regierungsmitgliedern und deren Mitarbeitern mit zivilen Flügen. Inbegriffen ist auch der CO2-Fußabdruck, den Weiterflüge in andere Länder, etwa um die Maschinen dort zu parken, verursacht haben.

Als Mitglieder der Bundesregierung, die die drei eingesetzten Maschinen der Flugbereitschaft in Anspruch genommen hätten, werden Bundeskanzler Olaf Scholz, Außenministerin Annalena Baerbock sowie Entwicklungsministerin Svenja Schulze samt ihren mitreisenden Mitarbeitern genannt. Andere Regierungsvertreter hätten samt Begleitung zivile Flüge für die An- und Abreise genutzt, heißt es. Das Außenministerium betont, dass "für alle durch Dienstreisen der Bundesregierung verursachten CO2-Emissionen" über das Umweltbundesamt ein entsprechender Ausgleich veranlasst werde.

Die Klimakonferenz hatte vom 6. bis zum 18. November in dem beliebten ägyptischen Badeort stattgefunden. Die Veranstaltung wurde von Aktivisten scharf kritisiert, weil die meisten der etwa 45.000 registrierten Teilnehmer per Flugzeug angereist waren. Besonders viel Empörung mussten jene Teilnehmer einstecken, die für ihre Reise nach Scharm El-Scheich, der anders als auf dem Luftweg nur schwer zu erreichen ist, einen Privatjet gewählt hatten.

Die aus der AfD ausgetretene und nun fraktionslose Bundestagsabgeordnete Cotar warf der Ampel-Regierung "Effekthascherei" vor.

"Die Bundesregierung hat alleine mit den Flügen zur Klimakonferenz so viel CO2 erzeugt, dass ein durchschnittlicher Deutscher damit 150 Jahre Auto fahren könnte. Das ist in Zeiten von Videokonferenzen absurd und eine riesige Verschwendung von Steuergeld."

Deutschland brauche "eine rationale Realpolitik, keinen aktionistischen Klimawahn".

Schon in vergangenen Jahren hatte man hinterfragt, ob die Konferenz und ihre Emissionen im Verhältnis zu den Ergebnissen stünden. Bei den Konferenzen 22 bis 25 gingen 85 Prozent der Emissionen auf Reisen der Delegierten, so Jonathan Barnsley vom University College London. Die Umweltorganisation Greenpeace beschwerte sich bei der Vorjahreskonferenz in Glasgow angesichts vieler Privatjets über die "Verlogenheit der Eliten". Damals sollen Delegierte laut Schätzungen mit 200 bis 400 Privatjets angeflogen sein.

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(rt/dpa)