Umfrage: Wirtschaftliche Lage bereitet Verbrauchern in Deutschland Sorge

Eine Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK zeigt: Die Bundesbürger machen sich Sorgen um die Konjunktur und den eigenen Geldbeutel. Besonders wegen der hohen Energie- und Lebensmittelpreise. Die Stimmung ist so schlecht wie zu Beginn der Corona-Krise vor zwei Jahren.

Deutsche Verbraucher sehen laut dem Marktforschungsinstitut Growth from Knowledge (GfK) vermehrt Gefahren für die deutsche Konjunktur. Das berichtet der Spiegel.

Besonders die antirussischen Sanktionen, welche neben der russischen vor allem die deutsche Wirtschaft bedrohen, und hohe Energiepreise auch aufgrund der Klimapolitik der Ampel-Koalition sind die Treiber. Dazu kommen unterbrochene Lieferketten, die zum großen Teil noch wegen der Corona-Maßnahmen spürbar sind. All diese Faktoren haben das Risiko einer Rezession massiv ansteigen lassen, heißt es.

Parallel dazu sinkt die Bereitschaft der Bürger zum Kauf teurer Güter wie Autos, Computer oder Möbel. Der diesbezügliche Teilindikator fiel um 3,5 auf minus 2,1 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit zwei Jahren zu Beginn der Corona-Krise.

Erfahrungsgemäß sinke die Anschaffungsneigung bei steigenden Preisen, erklärten die Nürnberger Konsumforscher. Vor allem der Benzinpreis spiele in diesem Zusammenhang eine signifikante Rolle. GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl sagte dazu:

"Noch im Februar waren die Hoffnungen groß, dass sich mit den absehbaren Lockerungen der pandemiebedingten Beschränkungen auch die Konsumstimmung deutlich erholen kann."

"Mit Beginn des Ukrainekriegs hat sich dies jedoch schlagartig in Luft aufgelöst."

Eine überwältigende Mehrheit ist sehr besorgt. Neunzig Prozent der Deutschen machten sich wegen der Energiepreise große oder sehr große Sorgen, wie eine GfK-Sonderumfrage zu den Folgen der Ukraine-Krise. Ähnlich sieht es auch bei den Lebensmittelpreisen aus. Diesbezüglich machen sich 80 Prozent der Menschen in der Bundesrepublik große oder sehr große Sorgen. Bürkl resümierte:

"Eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas kann es nur dann geben, wenn es zu einem raschen Waffenstillstand mit anschließenden Friedensverhandlungen kommt. Dann wird auch die Binnenkonjunktur durch die sinkende Verunsicherung wieder einen wichtigen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten und die Lockerungen der pandemiebedingten Beschränkungen würden ebenfalls ihre positive Wirkung entfalten können."

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