Das ehemalige Vorstandsmitglied der DaimlerChrysler AG und der Rhodia AG, der ehemalige Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, der Geschäftsführer der Mangold Consulting GmbH und Honorarkonsul der Russischen Föderation für Baden-Württemberg Prof. Dr. Klaus Mangold sprach in einem Interview mit RT über die aktuelle Energiekrise und die Rolle von Nord Stream 2 angesichts der aktuellen Energiesituation in Deutschland.
Seiner Meinung nach ist der beste Weg aus der aktuellen Krise, so viel wie möglich zu sparen. Gleichzeitig sei es notwendig, in erneuerbare Energien zu investieren, und zwar so schnell wie möglich. Allerdings stehen Deutschland, wie Mangold betont, fünf bis zehn schwierige Jahre bevor.
Was den Ausstieg aus der Kernenergie anbelangt, so ist Mangold der Ansicht, dass Deutschland eine irreversible Entscheidung getroffen hat, und zwar eine weitgehend politische. Er stellt jedoch fest, dass Europa insgesamt die Kernenergie als einen vielversprechenden Bereich betrachtet, insbesondere angesichts der neuen Technologien, die diesen Energiebereich effizienter machen.
Zur Inbetriebnahme der Gaspipeline Nord Stream 2 erklärte Mangold, dass die Diskussionen über das Projekt beendet und die Nutzung der Pipeline endlich genehmigt werden sollte. Er sagte weiter, die endlose Debatte über die Pipeline habe zu nichts geführt und die Beziehungen Deutschlands zu seinen europäischen Nachbarn, insbesondere Russland, nur verschlechtert:
"Ich glaube, dass wir bald daran interessiert sein müssen, Energie und Gas aus Russland zu beziehen. Wir brauchen diese Pipeline."
Mangold ist zuversichtlich, dass die Gaspreise akzeptabler werden, sobald Nord Stream 2 in Betrieb ist. Was die möglichen Auswirkungen der Pipeline auf die Koalitionsverhandlungen angeht, ist Mangold zuversichtlich, dass das Projekt so oder so befürwortet wird und die Regierungsparteien in der Lage sein werden, einen Kompromiss in dieser Frage zu erzielen.
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