Deutschland

Energieexperte: Preisanstieg beim Gas ist ein vorübergehender Effekt

RT DE wollte wissen, warum die Energiepreise momentan so rasant steigen, und befragte dazu den Energieexperten Andreas Schwenzer. Dieser gab Antworten auf die Fragen, welche zukünftige Entwicklung sich auf den Märkten erahnen lasse und warum E.ON nichts falsch gemacht habe, obwohl es keine neuen Kunden akzeptiert.

Andreas Schwenzer ist Energieexperte bei der Unternehmensberatung Horváth in Hamburg. Er berät unter anderem Energieversorger beim Risikomanagement.

RT DE fragte ihn nach dem Grund der gegenwärtigen Steigerungen bei Energie und anderen Rohstoffen. Schwenzer erwiderte, in der Corona-Krise hätten die Anbieter ihre Kapazitäten angepasst. Die Nachfrage habe sich aber schneller erholt als erwartet. Das sei nicht nur bei Gas, sondern auch bei Kohle und Öl der Fall.

Er ist aber überzeugt, dass es sich um einen vorübergehenden Effekt handelt. Noch für das nächste Jahr könne man auf den Terminmärkten höhere Preise sehen, doch:

"Derzeit ist davon auszugehen, dass wir ab dem Jahr 2023 dann eine deutliche Entspannung des Preisniveaus sehen."

Die Politik könne, wie das in anderen europäischen Ländern diskutiert werde oder bereits beschlossen sei, bei den Steuern, Abgaben und Umlagen eingreifen, die auf den Energiepreisen liegen.

"Gleichwohl muss man klar sagen, dass die Tatsache, dass fossile Energie teurer wird, ein grundsätzliches politisches Ziel ist."

RT DE wollte wissen, was falsch gelaufen sei, wenn E.ON, einer der größten Energieversorger Deutschlands, keine neuen Kunden mehr annehme. Schwenzer erwiderte, da sei nichts falsch gelaufen. Das Unternehmen habe eine Verantwortung gegenüber dem bestehenden Geschäft und den Bestandskunden. Wenn die stark gestiegenen Preise nicht an die Endkunden weitergegeben werden könnten, sei eine Pause vernünftig.

"Wenn ich jetzt eine Annahme habe, beispielsweise 20 Euro in meiner Kalkulation berücksichtigt, muss das Ganze aber für 60, 70 Euro pro Megawattstunde einkaufen, da ist klar, dass das wirtschaftlich nicht tragfähig ist."

Einen Zusammenhang zwischen der Geldmengenausweitung durch die EZB und dem Anstieg der Energiepreise sieht er nicht. Der Gasmarkt sei global, und die Entwicklung in den USA wie in Asien folge demselben Muster.

"Es ist einfach eine globale Marktentwicklung, die sich jetzt in Europa auch in den Preisen niederschlägt."

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