Kommando Spezialkräfte: 2. Kompanie nach rechtsextremistischen Vorfällen heute offiziell aufgelöst

Spätestens seit 2017 sorgt das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr für Schlagzeilen, nachdem immer neue rechtsextreme Vorfälle an die Öffentlichkeit gedrungen waren. Nach der von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer angekündigten Analyse der Vorkommnisse wurde ein Teil des KSK nun aufgelöst.

Ende Juni verkündete Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr nach einer Serie rechtsextremer Vorfälle grundlegend umstrukturieren und teilweise sogar auflösen zu wollen.

Was folgte, war eine sogenannte Struktur- und Defizitanalyse zu rechtsextremistischen Tendenzen innerhalb des KSK.

Am Donnerstag wurde nun dessen 2. Kompanie als Reaktion auf genannte Vorfälle aufgelöst. Dieser Schritt sei mit einem Appell in der KSK-Kaserne im baden-württembergischen Calw vollzogen worden, sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage in Berlin.

Heute traten die Soldatinnen und Soldaten des KSK in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw (Baden-Württemberg) zu einem Appell an. Nach einer Rede des Kommandeurs KSK, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, führte der Kommandeur der Kommandokräfte des KSK die Auflösung der 2. Kommandokompanie durch", hieß es dazu im Internetauftritt der Bundeswehr.

Einige der Soldaten der Kompanie bleiben im KSK, andere werden an andere Standorte versetzt.

Die 2. Kompanie ist eine von insgesamt vier Kompanien mit Kommandosoldaten beim KSK. Wie viele Soldaten der Kompanie angehören, gibt das Ministerium derweil nicht bekannt. Insgesamt soll es beim KSK Schätzungen zufolge etwa 300 Kommandosoldaten geben. Hinzu kommen mehrere Hundert Kräfte unter anderem für die logistische Unterstützung.

Die 2. Kompanie hatte die berüchtigte "Schweinekopf-Party" veranstaltet, mit der im April 2017 die Rechtsextremismus-Affäre beim KSK begann.

Bei der Abschiedsfeier für einen KSK-Kommandeur hatten Soldaten mit Schweineköpfen geworfen, Rechtsrock gehört und den Hitlergruß gezeigt. Im Mai 2020 wurde auf dem Grundstück eines Soldaten der Kompanie in Sachsen ein Waffenversteck mit Munition und Sprengstoff von der Polizei ausgehoben.

Kramp-Karrenbauer ließ daraufhin die genannte Analyse zur Unterbindung rechtsextremistischer Tendenzen im KSK durchführen. Das Konzept zur Umstrukturierung des KSK umfasst demzufolge 60 Einzelmaßnahmen. Die bis dato spektakulärste ist die Auflösung der Kompanie. Bis zum 31. Oktober soll die Elitetruppe nun Zeit bekommen, sich zu bewähren. Gelingt das nicht, droht die komplette Auflösung.

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(rt/dpa)