Westliche Medien warnen vor Gefahren von FaceApp: Alterung hilft russischen Trollen

Mittels FaceApp kann man sich verjüngen oder altern lassen oder einfach eine neue Frisur testen. Zu groß der Spaß, als dass man die Bilder nicht online teilen wollte. Aber die Russen rauben so die Daten von Millionen – will man den Mainstreammedien Glauben schenken.

Der neueste Clou der Russen regt zum Lachen an. Der russische Erfindergeist hat eine neue Fotobearbeitungs-App für die sozialen Medien geschaffen, die jedoch, so warnt die US-Presse, die Datensicherheit gefährde. Über das 2017 entwickelte Programm wurde erstmalig von Forbes berichtet. Man kam zu dem Ergebnis, dass die Datenrisiken nichts als "ein Sturm im Wasserglas seien." 

Dies hielt das US-Medium MSM nicht davon ab, die Geschichte aufzunehmen und den russophoben Blickwinkel auszuschlachten. Die New York Post und Washington Post wie auch Fox News und Newsweek zogen nach. Es handle sich bei den Herstellern um "an die russische Regierung gebundene Hacker." Man bezog sich bei der Berichterstattung auf "Sicherheitsexperten". Die New York Post titelte: 

FaceApp Sicherheitsbedenken: Russen besitzen jetzt alle deine alten Bilder 

Das private Bild könnte "kommerzialisiert" werden – "oder schlimmeres". 

In den sozialen Medien wird über die App diskutiert. Hier finden sich Kommentare wieder wie: 

FaceApp ist aus Russland. Solltest du nicht benutzen. 

Russland, das Land, das die Wahl 2016 für Trump geschwungen hat, sammelt Ihre Identität – Ihr Gesicht. 

Ich habe FaceApp heruntergeladen und weniger als 30 Minuten später hat jemand versucht, sich bei meinem Apple-Account in China anzumelden. Sie sammeln nicht nur Ihre Daten, sondern verkaufen auch Ihre Daten. 

Andere hingegen verweisen auf Facebook und Google: 

Wenn Sie sich Sorgen um Russland und FaceApp machen, werden Sie nicht glauben, was Google, Facebook (...) wahrscheinlich für die US-Regierung tun. 

Facebook ist wahrscheinlich zehnmal so gefährlich. 

In den US-Medien wurde gefordert, dass sich das FBI bald mit der App beschäftigen sollte. Die Entwickler von FaceApp reagierten am Mittwoch auf die Anschuldigungen und sagten: 

(Wir) verkaufen oder teilen keine Nutzerdaten gegenüber Dritten. 

Auch würden keinerlei Daten russischen Behörden übergeben.