Wie unter anderem die Deutsche Presse-Agentur und der SWR berichten, verfolgt der Mannheimer Ratsherr Julien Ferrat sein Ziel weiter, die Swinger-Kultur in der 300.000-Einwohner-Stadt zu fördern.
Dafür greift er auch zu provokanten Aktionen: War es im Jahr 2025 eine im Amtsblatt beworfene politische Bildungsfahrt ins französische Nudisten- und Swinger-Paradies Cap d’Agde samt vorherigem Trainingscamp am Altrheinstrand, verlegt Ferrat nun seine diesbezüglichen Aktivitäten gleich ganz in seine Heimatstadt Mannheim.
Der frühere Linken- und Familienpartei-Politiker erklärte, im Mannheimer Rathaus eine Swinger-Party veranstalten zu wollen. Diesen Wunsch will er unbedingt durchsetzen – Ferrat, der seit 2024 als Einzel-Stadtrat für die politische Gruppierung "Die Mannheimer" im Stadtrat sitzt, kündigte an, dafür notfalls bis zum Bundesverfassungsgericht ziehen zu wollen.
Warum ausgerechnet das Rathaus? Der Lokalpolitiker verweist laut Medienberichten auf die zentrale Lage des Rathauses und darauf, dass Swingerpartys dort nicht ausdrücklich verboten seien. Es handele sich hierbei um juristisches Neuland.
Das promiske Treffen soll auf jeden Fall stattfinden, versprach der 35-jährige Familienvater, egal wie die gerichtlichen Entscheidungen ausfallen. Wenn nicht im Rathaus, dann eben privat. Es hätten sich schon Teilnahme-Interessierte gemeldet, ließ der Mannheimer Ratsherr verlauten.
Sein Swinger-Anliegen sieht Ferrat durchaus politisch. Wie schon bei der Cap-d’Agde-Aktion will er mit der angekündigten Sex-Veranstaltung die Stadt Mannheim zur Förderung eines "FKK-Swinger-Paradieses" bewegen. Bisher müsse man sich nämlich zum Ausleben derartiger Wünsche in Mannheim privat treffen oder nach außerhalb ausweichen.
Damit entgingen der hochverschuldeten Stadt Millionen zusätzlicher Einnahmen. Für ihn sei die geplante Swinger-Party gelebte Bürgernähe. Sie richtet sich an "neugierige und aufgeschlossene Bürger", die Kommunalpolitik neu erleben möchten.
Bei der Mannheimer Stadtverwaltung stößt die Forderung Ferrats, der auch schon mal Nackt-Sprechstunden anbot und mit Nackt-Fotos für seine Politik Werbung machte, nicht gerade auf offene Ohren. Bisher lägen keine konkreten Informationen zur angekündigten Swinger-Veranstaltung vor, hieß es gegenüber der Presse. Wann eine Entscheidung über das Projekt fallen wird, ist noch unklar.
Fest steht: Im Rathaus ist man über die Aktion nicht begeistert. Wie Ferrat den Medien bekannt gab, habe die Stadt Mannheim ihm gegenüber Zweifel an der Zulässigkeit und Durchführbarkeit seiner Sexparty-Pläne geäußert und genauere Informationen darüber angefordert. Auch müsse Ferrat erst einen Antrag auf Raumüberlassung stellen. Eine Bewerbung der Veranstaltung im Amtsblatt hat der Stadtrat vorerst untersagt.
Wie auch immer die Querelen um die geplante Swinger-Party im Mannheimer Rathaus ausgehen: Julien Ferrat kann sich sicher sein, in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt und damit sein Anliegen bekannt gemacht zu haben. Provokation ist seine Strategie. Das war schon zu der Zeit der Fall, als er noch Mitglied der wertkonservativ-traditionalistischen Familienpartei war. Damals rappte er noch gegen Abtreibung und schmähte den damaligen Bürgermeister in einem Video.
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