Studie: Während COVID-19-Pandemie wurde alle 30 Stunden ein neuer Milliardär "geboren"

Nach Angaben der internationalen Wohltätigkeitsorganisation Oxfam gab es während der COVID-19-Pandemie alle 30 Stunden einen neuen Milliardär auf der Welt. Gleichzeitig wurde in der Studie festgestellt, dass es in diesem Jahr aufgrund der steigenden Preise mehr Bedürftige gibt.

Während der COVID-19-Pandemie gab es alle 30 Stunden einen neuen Milliardär auf der Welt. Gleichzeitig könnte die Zahl derer, die am Rande der Armut leben, in diesem Jahr rasant ansteigen, wie aus dem Bericht Profiting from pain der internationalen Wohltätigkeitsorganisation Oxfam hervorgeht. Darin heißt es:

"Während der Pandemie [2020–2021] tauchte alle 30 Stunden ein neuer Milliardär auf. Bei etwa dem gleichen Tempo könnten im Jahr 2022 fast eine Million Menschen von extremer Armut betroffen sein."

573 Menschen wurden laut Oxfam während der Pandemie zu Milliardären, während weitere 263 Millionen Menschen in diesem Jahr in extreme Armut fallen werden, "und zwar alle 33 Stunden eine Million". Oxfam teilte mit, dass der Bericht am 23. Mai auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt wurde, dem ersten Treffen der "Weltelite" seit der COVID-19-Pandemie. Weiter heißt es:

"Das Vermögen der Milliardäre ist in den ersten 24 Monaten der COVID-19-Pandemie stärker gewachsen als in den 23 Jahren zuvor zusammen. Das Gesamtvermögen der Milliardäre der Welt entspricht heute 13,9 Prozent des globalen BIP, was einer Verdreifachung gegenüber 4,4 Prozent im Jahr 2000 entspricht."

Die höchsten und rekordverdächtigsten Gewinne machen derzeit Konzerne im Energie-, Lebensmittel- und Pharmasektor, wo es laut Oxfam besonders viele Monopole gibt. Die Organisation berichtet:

"Die Löhne der Arbeitnehmer sind praktisch unverändert, und die Arbeitnehmer erleben vor dem Hintergrund von COVID-19 Preissteigerungen, die auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten verharren."

Und weiter:

"Das Vermögen der Milliardäre im Lebensmittel- und Energiesektor hat sich um 453 Milliarden US-Dollar erhöht, was alle zwei Tage einer Milliarde US-Dollar entspricht. Die fünf größten Energieunternehmen – BP, Shell, Total Energies, Exxon und Chevron – verdienen zusammen 2.600 US-Dollar pro Sekunde. In der Lebensmittelbranche gibt es jetzt 62 neue Milliardäre."

Im April aktualisierte Forbes seine Gesamtrangliste der reichsten Menschen der Welt, in der der Gründer von Tesla und SpaceX, Elon Musk, zum ersten Mal an der Spitze steht. Bis zum 11. März belief sich das Vermögen des US-Geschäftsmanns auf 219 Milliarden US-Dollar (etwa 205 Milliarden Euro), was einem Zuwachs von 68 Milliarden US-Dollar (63,7 Milliarden Euro) im Laufe des Jahres entspricht. Er verdrängte damit Amazon-Gründer Jeff Bezos, dessen Vermögen auf 171 Milliarden US-Dollar (160 Milliarden Euro) geschätzt wird, vom ersten Platz. Der französische Geschäftsmann Bernard Arnault, Präsident des Konzerns Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH), lag mit 158 Milliarden US-Dollar (etwa 148 Milliarden Euro) erneut auf dem dritten Platz.

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