Gesellschaft

Verhüllte Reichstagsgebäude in Berlin: Künstler Christo mit 84 Jahren gestorben

Der weltberühmte Künstler Christo, der vor 25 Jahren das Reichstagsgebäude in Berlin verhüllte, ist in New York im Alter von 84 Jahren verstorben. Im Jahr 1995 verdeckte er das Gebäude mit 100.000 Quadratmetern Spezialgewebe. Die Aktion lockte fünf Millionen Besucher an.
Verhüllte Reichstagsgebäude in Berlin: Künstler Christo mit 84 Jahren gestorbenQuelle: Reuters

Im kommenden Jahr wollte der Künstler sein nächstes großes Projekt angehen: die Verhüllung des Pariser Triumphbogens. Doch am Sonntag ist Christo im Alter von 84 Jahren in seiner New Yorker Wohnung gestorben. "Christo lebte in vollen Zügen", teilten seine Mitarbeiter mit. "Er träumte nicht nur von Dingen, die unmöglich schienen, sondern verwirklichte sie auch".

Der Künstler wurde am 13. Juni 1935 als Christo Vladimiroff Javacheff im bulgarischen Gabrovo geboren. Er besaß ein Atelier im Süden Manhattans und hatte die Verhüllung des Pariser Wahrzeichens für diesen Herbst geplant, wegen der Corona-Epidemie aber auf September 2021 verschoben. Das Projekt werde trotz Christos Tod weitergeführt, versicherte sein Büro. Zudem soll es ab Juli dieses Jahres eine große Ausstellung zum Schaffen des Künstlers im Pariser Centre Pompidou geben.

In Deutschland wurden Christo und seine im Jahr 2009 verstorbene Partnerin Jeanne-Claude vor allem durch die Verhüllung des Reichstages in Berlin bekannt. Vor 25 Jahren verdeckten sie das Gebäude mit 100.000 Quadratmetern Spezialstoff. Die Kunstaktion lockte damals fünf Millionen Besucher an und gilt bis heute als eines ihrer Meisterwerke.

Die Verhüllung habe dem Reichstag "zu neuer Sichtbarkeit" verholfen, sagte die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters in einer Mitteilung am späten Sonntagabend. Sie würdigte Christo als "einen der ganz großen Künstler unserer Zeit". Weiterhin sagte Grütters:

Die Tage des verhüllten Reichstages sind mit ihrem Charakter eines friedlichen Volksfestes Teil unseres kollektiven gesellschaftlichen Gedächtnisses geworden.

Zu anderen berühmten Projekten von Christo und Jeanne-Claude zählten die safranfarbenen Tore im New Yorker Central Park, die schwimmenden, mit Nylongewebe bezogenen Stege auf dem Wasser des Iseosees in der Lombardei sowie die verpackte Brücke Pont Neuf in Paris.

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