Nach Migrantenzustrom: Athen bringt Hunderte Flüchtlinge auf Festland

Um die überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis zu entlasten, hat die Regierung in Athen am Samstag gut 350 Migranten auf das Festland bringen lassen. Hunderte weitere sollen laut Medienberichten am Montag nach Piräus gebracht werden.

Im April war die Zahl der auf den Inseln lebenden Migranten auf 14.000 zurückgegangen. Seitdem trafen aber wieder verstärkt Migranten ein. Im August kamen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) 8.103 Migranten auf den Inseln an. Am Freitag erklärte der griechische Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos im Fernsehen, der Anstieg der Flüchtlingszahlen aus der Türkei nach Griechenland nehme "die Dimensionen einer nationalen Krise an".

Auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos harren zurzeit knapp 30.000 Migranten aus. Das ist die höchste Zahl seit dem Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes im März 2016. Der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Flüchtlinge und Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Die Bearbeitung der Asylanträge kommt wegen Personalmangels jedoch auf den griechischen Inseln nur mühsam voran. (dpa)

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