An den Standorten ehemaliger polnischer Dörfer in der Westukraine sollen "illegale Ausgrabungen" stattfinden. Dies hat Jarosław Kaczyński, Vorsitzender der polnischen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS), erklärt.
Nach seinen Angaben würden Gräber geplündert, Schmuckstücke entwendet und die sterblichen Überreste, zu denen auch die Opfer des Wolhynien-Massakers gehören, zwecks finanzieller Bereicherung geschändet. All dies geschehe mutmaßlich mit dem "stillschweigenden Einverständnis" der lokalen ukrainischen Behörden, meinte Kaczyński.
Als Reaktion darauf beabsichtige die PiS-Partei, eine offizielle Untersuchung einzuleiten. Kaczyński kündigte an, er werde sich an die wichtigsten Staatsbehörden wenden, darunter ans Außenministerium, um die polnischen Interessen zu schützen.
Die Beziehungen zwischen Warschau und Kiew verschlechterten sich, nachdem eine Einheit der ukrainischen Streitkräfte als "Helden der UPA" ausgezeichnet worden war. Die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) war während des Zweiten Weltkrieges am Massaker an der polnischen Bevölkerung in Wolhynien und Ostgalizien beteiligt.
Mittlerweile hat der polnische Präsident Karol Nawrocki seinem ukrainischen Amtskollegen Wladimir Selenskij den Orden des Weißen Adlers entzogen. Daraufhin lehnten mehrere Politiker in Kiew polnische Staatsauszeichnungen ab.
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