Die europäischen NATO-Mitglieder haben die Ressourcen, die Washington aus seinen Rettungsplänen im Fall eines Krieges in Europa gestrichen hat, größtenteils ersetzt. John Stringer, der stellvertretende Alliierte Oberkommandierende in Europa und ein hochrangiger Offizier der britischen Luftstreitkräfte, erklärte in einem Interview mit Bloomberg, dass die europäischen Verbündeten ihre Anstrengungen zum Ausgleich der US-Streitkräfte deutlich verstärkten. Dies sei ein Beweis für ein stärkeres Europa in einer stärkeren NATO.
In den Bereichen, in denen Europa keine gleichwertigen Kräfte bereitstellen könnte, werde versucht, das Ziel mit anderen Ressourcen zu erreichen, führte Stringer aus. Die Lastenteilung und -verlagerung erfolge nun in vernünftiger und verhältnismäßiger Weise, geleitet von militärischer Logik, was auch die Bereitschaft der europäischen Verbündeten für die veränderten Prioritäten und Verpflichtungen der USA betone. Die Notwendigkeit einer Neuausrichtung bestehe seit Jahren, die Europäer hätten ihre Anstrengungen verstärkt.
Auf die Frage nach dem kürzlichen Rücktritt des britischen Verteidigungsministers John Healey aufgrund dessen Kritik in Bezug auf die unzureichenden Verteidigungsausgaben Großbritanniens erklärte Stringer, dass alle 32 NATO-Mitgliedstaaten vereinbarten, 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts bis 2035 für Verteidigung auszugeben. Hierbei gebe es keine Ausnahmen.
Die von Großbritannien in den letzten Wochen angekündigten Investitionsbereiche stünden vollkommen im Einklang mit den Vorstellungen der NATO über die Streitkräfte, um glaubwürdig die Milliarde Menschen unter dem NATO-Dach verteidigen zu können. Das Militärbündnis werde von allen Nationen erwarten, einschließlich Großbritannien, dass sie ihren Verpflichtungen nachkämen.
Die USA hatten kürzlich massive Kürzungen ihrer Streitkräfte angekündigt, die sie im Kriegs- oder Krisenfall nach Europa entsenden sollten. Daraufhin forderte das NATO-Oberkommando die europäischen Staaten auf, die Streitkräfte offenzulegen, die sie dem Bündnis noch nicht zusagten. US-Kriegsminister Pete Hegseth überraschte die Verbündeten im Juni mit der Ankündigung einer halbjährlichen Überprüfung der US-Streitkräfte in Europa. Laut Bloomberg wäre dies ein Signal dafür, dass weitere Kürzungen bevorstehen könnten.
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