Jegliche Versuche der NATO, Kaliningrad zu blockieren oder einzunehmen, hätten laut Moskau schwerwiegende Folgen für das Bündnis. Die Erfolgsaussichten eines solchen Szenarios lägen bei "null", sagte der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko.
Auf die Frage nach den Möglichkeiten der NATO, Kaliningrad zu blockieren, antwortete Gruschko im Interview mit RT: "Ich schätze sie als null ein." Zugleich betonte er, jeder Versuch, die russische Exklave zu isolieren oder militärisch zu besetzen, werde "zu den schwersten Folgen für diejenigen führen, die diese Pläne schmieden".
Gruschko fügte hinzu, er gehe davon aus, dass die NATO – insbesondere ihre militärischen Strukturen – die Risiken einer Eskalation in dieser Region verstehe. Russland verfüge für entsprechende Szenarien über "alle notwendigen Ressourcen", fügte er hinzu. Gleichzeitig bezeichnete der Vizeaußenminister die Ostsee als eine Region wachsender Konfrontation. Dort finde eine Vielzahl militärischer Aktivitäten statt. In Polen und den baltischen Staaten seien dauerhaft Kräfte auf Brigadeebene stationiert.
Auslöser der aktuellen Debatte sind die Äußerungen des litauischen Außenministers Kęstutis Budrys. In einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung erklärte er, die NATO solle "zeigen", dass ihre Streitkräfte in der Lage seien, in das Kaliningrader Gebiet "vorzudringen". Zudem sagte er, das Bündnis verfüge über die Mittel, um russische Luftabwehr- und Raketensysteme in der Region bei Bedarf "dem Erdboden gleichzumachen".
Später relativierte Budrys seine Aussagen und erklärte, es gehe darum, die Entschlossenheit der baltischen Staaten zu unterstreichen und "Mythen" über deren mangelnde Verteidigungsfähigkeit zu widerlegen.
Die Reaktionen aus Moskau fielen scharf aus. So bezeichnete die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, die Aussagen als "suizidale Paranoia". Dmitri Medwedew, Vizechef des russischen Sicherheitsrates, verglich Budrys mit dem kläffenden Mops aus Iwan Krylows Fabel "Der Elefant und der Mops".
Auch aus dem Kreml kamen deutliche Worte. Dmitri Peskow sprach von Äußerungen "an der Grenze zum Wahnsinn" und betonte, dass sich eine solche Rhetorik kaum ernst nehmen lasse, sie jedoch die hemmungslose politische Grundhaltung in Teilen der baltischen Staaten zeige. Vertreter der Kaliningrader Regionalbehörden erklärten zudem, man sei an entsprechende Aussagen aus der Region bereits gewöhnt.
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