Orbán räumt Niederlage ein

Viktor Orbán hat seine Niederlage bei der ungarischen Parlamentswahl eingeräumt und der Opposition zum Sieg gratuliert. Er dankte seinen Wählern und kündigte einen politischen Neuanfang an. Die Opposition unter Péter Magyar steht vor einem klaren Sieg.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat in einer Rede vor Anhängern seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingeräumt. Das Ergebnis sei "klar und schmerzhaft", sagte Orbán vor seinen Unterstützern.

Gleichzeitig dankte er den bisherigen Wählern seiner Partei Fidesz. Rund zweieinhalb Millionen Menschen hätten der Partei ihre Stimme gegeben, diese Unterstützung werde man nicht vergessen.

Orbán kündigte an, dass nun eine Phase des Wiederaufbaus beginne. Da seine Partei nicht mehr die Verantwortung zur Regierungsführung trage, müsse man sich auf den Aufbau der eigenen politischen Gemeinschaft konzentrieren.

"Wir geben nie auf", sagte er weiter, die kommenden Tage seien dazu da, "unsere Wunden zu heilen".

Nach Auszählung von rund 60 Prozent der Stimmen liegt die Opposition unter Péter Magyar auf Kurs zu einer deutlichen Mehrheit im Parlament, möglicherweise sogar zu einer Zwei-Drittel-Mehrheit.

Wie Magyar auf X schrieb, habe Orbán ihm persönlich zum Wahlsieg gratuliert.

Auch internationale Agenturen berichten unter Berufung auf den Oppositionsführer von einem entsprechenden Telefonat.

Damit deutet sich nach 16 Jahren Regierung unter Viktor Orbán ein historischer Machtwechsel in Ungarn an.

Die Reaktionen aus Brüssel lassen nicht auf sich warten. Ursula von der Leyen sowie Emmanuel Macron haben sich in den sozialen Medien zu den Ergebnissen der ungarischen Wahlen geäußert.

Ungarns Oppositionsführer Péter Magyar (44) ist der Spitzenkandidat der Partei Tisza und hat sich seit 2024 als zentrale politische Figur der Opposition etabliert. Der Jurist war zuvor im Umfeld staatlicher Institutionen tätig, bevor er sich öffentlich von der Regierung Viktor Orbáns distanzierte.

Innerhalb kurzer Zeit gelang ihm der politische Aufstieg zur wichtigsten Herausfordererfigur des langjährigen Ministerpräsidenten. Magyar positioniert sich als Vertreter eines politischen Neuanfangs und konnte die Tisza-Partei zu einer landesweiten Oppositionsbewegung ausbauen.

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