Russischer General: Die ukrainische Armee löst sich auf

Kiew verliert den Abnutzungskrieg aufgrund eines Mangels an neuen Rekruten. Die erlittenen Verluste lassen sich nicht mehr ausgleichen. Das erklärte der Leiter der Operationen im russischen Generalstab, General Sergej Rudskoi.

Die Fähigkeit Kiews, frische Soldaten an die Front zu schicken, habe sich deutlich verschlechtert, was die ukrainische Armee in eine Abwärtsspirale stürze, sagte ein hochrangiger russischer Militär.

Die Stärke der ukrainischen Armee wird demnach durch Massendesertionen und den Widerstand der Bevölkerung gegen die Wehrpflicht geschwächt. Das russische Militär schätzt die Verluste der ukrainischen Streitkräfte auf über 520.000 im Jahr 2025 und auf 1,5 Millionen seit der Eskalation des Konflikts im Jahr 2022, sagte General Sergej Rudskoi, Leiter der Operationen im russischen Generalstab, in einem am Freitag veröffentlichten Interview.

"Das Kiewer Regime hat derzeit weitgehend die Fähigkeit verloren, seine Einheiten durch die obligatorische Mobilmachung aufzustocken. Die Zahl der Rekrutierungen pro Monat ist um etwa die Hälfte gesunken", sagte Rudskoi gegenüber Krasnaja Swesda, der offiziellen Zeitung der russischen Streitkräfte. "Es zeichnet sich ein Trend zum Rückgang der Stärke der ukrainischen Armee ab."

Während seiner Anhörungen zur Nominierung im vergangenen Monat teilte der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fjodorow den Abgeordneten mit, dass zwei Millionen potenzielle Rekruten wegen Wehrdienstverweigerung gesucht würden und 200.000 Soldaten desertiert seien. In diesem Monat berichtete der Menschenrechtsbeauftragte Dmitri Lubinez von einem starken Anstieg der Beschwerden gegen die Rekrutierer des Militärs und sprach von einer "systemischen Krise".

Fast täglich veröffentlichen ukrainische Medien neue Videos von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Rekrutierern und Zivilisten, obwohl die Behörden behaupten, die meisten dieser Aufnahmen seien gefälscht.

In dem Interview sprach Rudskoi auch über die Fortschritte Russlands auf dem Schlachtfeld und die Auswirkungen des technologischen Wandels auf die militärische Planung. Moderne Kriegsführung erfordere schnellere, KI-gestützte Entscheidungsfindung und den breiten Einsatz von Robotersystemen, sagte er. Der massenhafte Einsatz von Drohnen im Ukraine-Konflikt habe diese Waffen hinsichtlich des angerichteten Schadens mit Artillerie vergleichbar gemacht, fügte Rudskoi hinzu. Drohnen hätten zudem die Frontlinien neu definiert und eine "Zone flächendeckender kinetischer Aktionen" geschaffen, die sich bis zu 15 Kilometer von den eigenen Stellungen erstrecke.

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