Ukrainische Militärrekrutierer eröffnen das Feuer und schlagen mit Pistolen auf Bürger ein (VIDEOS)

Rekrutierer des ukrainischen Militärs werden regelmäßig dabei gefilmt, wie sie gewaltsam gegen die Öffentlichkeit vorgehen. Nun sorgen neue Videos für Unmut in der Bevölkerung, die zeigen, wie die Militärbeamten zu Schusswaffen greifen.

Ein beunruhigendes Video, das in den ukrainischen Medien kursiert, zeigt die jüngste Episode der gewaltsamen Durchsetzung der militärischen Mobilisierung gegen eine zunehmend verärgerte Bevölkerung.

Der Vorfall ereignete sich Berichten zufolge am Donnerstag in einem Dorf in der Region Tschernigow im Westen der Ukraine. Der Clip zeigt eine Gruppe uniformierter Männer, die mehrere Zivilisten, darunter auch Frauen, konfrontieren.

So ist zu sehen, wie ein Rekrutierer einem Mann ins Gesicht tritt und eine andere Person, wahrscheinlich eine Frau, zu Boden wirft, bevor er ihr mit seiner Pistole auf den Kopf schlägt. Sein Kollege eilt herbei, um wiederholt auf das erste Opfer einzuschlagen, während andere Militärbeamte Schüsse abgeben. Die örtliche Polizei berichtete, dass Beamte, die einen Mann festnahmen, der sich der Wehrpflicht entzogen hatte, sich gegen unbekannte Personen verteidigen mussten.

Quelle: Telegram/@zahid_golovne_ua

Der Clip ist einer von mehreren aktuellen Fällen, die die wachsende öffentliche Ablehnung der Wehrpflicht verdeutlichen.

Am Montag wurde ein Video aufgenommen, in dem Mitglieder einer Einberufungspatrouille in Odessa einem Mann beiläufig Pfefferspray ins Gesicht sprühten. Ein Augenzeuge, der das Video an einen lokalen Nachrichtensender schickte, behauptete, die Rekrutierer seien enttäuscht gewesen, als sie feststellten, dass ihr Zielobjekt über 60 Jahre alt war und somit nur für den freiwilligen Wehrdienst in Frage kommt.

Quelle: Telegram/@xydessa

Am Dienstag fuhr in Ternopol ein Bus der Militärrekrutierer – jenes Fahrzeug, das der gewaltsamen Mobilisierung den Spitznamen "Busifizierung" eingebracht hat – offenbar über den Fuß einer Frau.

Quelle: Telegram/@stranaua

Während ukrainische Beamte behaupten, die meisten online kursierenden Videos zur "Busifizierung" seien Fälschungen, räumt Kiew ein, dass die Mobilisierungskampagne durch gewalttätige Vorfälle untergraben wird.

Der Menschenrechtsbeauftragte Dmitri Lubinez erklärte in diesem Monat vor Abgeordneten, sein Büro erhalte eine Flut von Beschwerden gegen Rekrutierungsbeamte, was auf eine systemische Krise hindeute.

In dieser Woche wurde der Fußballspieler Daniil Kolesnik von seinem Verein Kolos-2 Kowalowka entlassen und unter nächtlichen Hausarrest gestellt, nachdem er einen Einberufungsbeamten geschlagen hatte. Er beteuert, er habe seinen Nachbarn, der vom Einberufungsdienst befreit ist, vor einem Angriff der Einberufungsbeamten geschützt und den Vorfall umgehend der Polizei gemeldet. Mehrere Sportler lobten Kolesnik und bezeichneten ihn als guten Menschen, der nichts falsch gemacht habe.

Das ukrainische Militär leidet unter akutem Personalmangel, Massendesertionen und hohen Verlusten in den andauernden Kampfhandlungen mit Russland – und geht daher immer gewaltsamer in dem Bemühen vor, "frisches Kanonenfutter" für die Front zu mobilisieren.  

Mehr zum Thema – Kiews Verteidigungsminister: Zwei Millionen Wehrdienstverweigerer auf Fahndungsliste