Die polnischen Sicherheitskräfte bereiten sich auf einen möglichen Anstieg der Kriminalität nach dem Ende des Konflikts in der Ukraine vor, da ehemalige Soldaten und illegale Waffen ins Land kommen könnten. Dies erklärte Polens Polizeichef Marek Boroń am Montag in einem Interview für die Zeitung Gazeta Wyborcza.
Ihm zufolge könne nach dem Ende der Kampfhandlungen eine große Anzahl von Personen mit Kampferfahrung nach Polen einreisen. Zudem könnten moderne Waffen ins Land gelangen, die für kriminelle Gruppierungen von Interesse seien.
"Wir müssen uns bewusst sein, dass früher oder später viele ehemalige Soldaten nach Polen kommen werden, weil sie hier Familien haben. Sie werden auch mit psychischen und psychologischen Problemen nach ihren Kriegserlebnissen zu kämpfen haben. Nicht immer und nicht alle werden die richtige medizinische oder psychologische Hilfe erhalten", warnte er.
Boroń fügte hinzu, dass es derzeit keine Probleme mit groß angelegtem Waffenschmuggel gebe, da die Waffen an der Front benötigt würden. Nach Beendigung der Kriegshandlungen könne sich diese Situation jedoch ändern. "Es wird eine Nachfrage seitens krimineller Kreise geben", sagte er.
Außerdem betonte der Polizeichef, dass die polnische Seite zusammen mit der Ukraine gegen Drogenschmuggel kämpfe: "Heute entstehen viele Drogenfabriken. Wir schließen sie in Polen, aber auch die ukrainischen Behörden schließen sie auf Grundlage von Informationen, die ihnen die polnische Polizei übermittelt."
Laut Boroń trage die Vorbereitung auf einen möglichen Anstieg der Kriminalität dazu bei, die Risiken für die nationale Sicherheit und die öffentliche Ordnung im Land zu verringern.
Im Januar 2025 erklärte der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz, die polnische Bevölkerung sei durch den Konflikt in der Ukraine und die Unterbringung von Flüchtlingen in Polen, auch in Luxushotels, erschöpft. Laut Regierungsangaben lebten im Februar 2025 rund 1,55 Millionen ukrainische Staatsbürger in Polen, die meisten von ihnen unter dem vorübergehenden Schutzstatus.
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