Frankreich will US-Videosoftware wie Zoom und Teams für Beamte verbieten

Die französische Regierung beabsichtigt ein Verbot für Beamte auf die Nutzung von US-Plattformen wie Google Meet, Zoom und Teams, berichtet "Politico". Stattdessen sollen staatliche Mitarbeiter angewiesen werden, eine einheimische Videokonferenzplattform zu verwenden.

Frankreich will Staatsbeamten die Nutzung US-amerikanischer Plattformen wie Google Meet, Zoom und Teams für Videokonferenzen verbieten. Laut einem Bericht von Politico hat das Büro des Premierministers eine Bekanntmachung vorbereitet, die Staatsbeamte zur Nutzung von Visio, einer von der Interministeriellen Digitalbehörde (Dinum) entwickelten Videokonferenzsoftware, verpflichten würde. Offiziell wird die Mitteilung "in den nächsten Tagen" veröffentlicht, erklärte ein Sprecher von Dinum gegenüber Politico.

Der Schritt wird als Teil der Bemühungen um die Verlagerung der Regierungsaktivitäten auf eine einheimische Technologieplattform erdacht, hieß es aus dem Politico-Bericht. Sie fällt zudem in eine Zeit zunehmender Sensibilität in Europa über die starke Abhängigkeit von US-amerikanischen Dienstleistungen.

David Amiel, Minister für den öffentlichen Dienst und die Staatsreform, kündigte am Sonntag an, dass die einheimische Videokonferenzplattform bis 2027 in allen Ministerien und Behörden im Einsatz sein soll. Diese und andere Maßnahmen würden dazu beitragen, sich von ausländischen Softwareanbietern, vor allem aus den USA, zu lösen und die Kontrolle über kritische digitale Infrastruktur zurückzugewinnen. Amiel betonte:

"Ziel ist es, nicht-europäische Lösungen abzulösen und die Sicherheit sowie Vertraulichkeit der öffentlichen elektronischen Kommunikation zu gewährleisten – mit einem leistungsfähigen, souveränen Werkzeug."

Im vergangenen Sommer hatte Frankreich angeordnet, dass Beamte nicht mehr WhatsApp und Telegram, sondern stattdessen Tchap nutzen müssen, einen Instant-Messaging-Dienst, der ausschließlich für Beamte entwickelt wurde. Die Videokonferenzplattform Visio wird bereits von 40.000 staatlichen Mitarbeitern verwendet, während Dinum 250.000 Nutzer anstrebt.

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