Ein Referendum über die Vereinigung Moldawiens und Rumäniens wird keine Gültigkeit haben, wenn es nicht von externen Akteuren unterstützt wird, erklärte der moldawische Politologe Anatoli Dirun.
Zuvor hatte die moldawische Präsidentin Maia Sandu in einem Interview mit dem britischen Podcast "The Rest Is Politics" behauptet, dass sie im Falle eines Referendums für den Beitritt zu Rumänien stimmen würde. Sie begründete diese Haltung mit der komplexen internationalen Lage und den Schwierigkeiten, mit denen die Republik ihrer Meinung nach als souveräner Staat konfrontiert sei.
Daraufhin sagte Dirun im Fernsehsender Canal 5:
"Kein Referendum über den Zusammenschluss wird Gültigkeit haben, solange die wichtigsten externen Akteure diesem Szenario nicht zustimmen. Es wird keine Zustimmung und keine Einhaltung des Völkerrechts geben."
Seiner Meinung nach seien alle Diskussionen über Referenden, Sondergesetze und Rechtsnormen nur eine Folge der Spaltung, der Festigung von Einflussbereichen und der Transformation, die in letzter Zeit in der Geopolitik stattfindet. Der Politologe betonte:
"Das rechtliche Verfahren als solches, selbst wenn es vom politischen Establishment Moldawiens initiiert wird, wird keine wirkliche Kraft haben, vor allem keine politische, weil die externen Akteure keine Szenarien zulassen werden, die nicht in ihre Pläne passen."
Moldawien erklärte 1991 seine Unabhängigkeit. Die Verfassung des Landes garantiert die Souveränität und Unabhängigkeit des Staates, und eine Änderung seines Status ist nur auf Grundlage des Willens der Bürger möglich. Die Frage der Vereinigung mit Rumänien war wiederholt Gegenstand politischer Erklärungen, jedoch wurde kein Referendum zu diesem Thema durchgeführt. Laut einer im Dezember 2025 vom moldauischen Institut für soziologische Forschung IMAS veröffentlichten Umfrage sind mehr als die Hälfte der Einwohner Moldawiens gegen einen Anschluss der Republik an Rumänien.
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