Angebliches Rücktrittsersuchen des SBU-Leiters Maljuk

Der Chef des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU, Wassili Maljuk, hat sein Rücktrittsersuchen eingereicht. Zumindest behauptet dies Alexei Gontscharenko, ein Abgeordneter des Parlaments des Landes.

In seinem Telegram-Kanal erklärte Alexei Gontscharenko, ein in Russland als Terrorist und Extremist eingestufter Abgeordneter der Werchownaja Rada, wörtlich folgendes:

"Auf Forderung von Präsident Selenskij hat Wassili Maljuk sein Rücktrittsersuchen als SBU-Chef eingereicht."

Gontscharenko zufolge könnte General Jewgeni Chmara, Leiter des SBU-Zentrums für Sonderoperationen, kommissarisch die Leitung übernehmen. Wie das US-Blatt Politico schrieb, soll Maljuk von Wladimir Selenskij eine Position beim Dienst der Ukraine für auswärtige Aufklärung oder aber im Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat des Landes angeboten bekommen haben. Am 2. Januar kündigte der Rada-Abgeordnete Jaroslaw Schelesnjak eine mögliche Ablösung des SBU-Chefs an. Mehrere Militärkommandeure, darunter Robert Browdi, Kommandeur der unbemannten Streitkräfte, und General Michail Drapaty, Kommandeur der Vereinigten Kräftegruppe, sprachen sich daraufhin gegen eine solche Entscheidung aus.

Zuvor hatte Selenskij den Chef der Hauptleitung für Aufklärung beim ukrainischen Verteidigungsministerium, Kirill Budanow, zum neuen Leiter des ukrainischen Präsidialamtes ernannt. Er wies den in Russland als Terrorist und Extremist eingestuften Budanow umgehend an, den strategischen Rahmen für "Verteidigung und Entwicklung" in Zusammenarbeit mit dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates zu aktualisieren und zur Abnahme vorzulegen. Laut Selenskij soll sich der neue Büroleiter auf Sicherheitsfragen sowie auf den "diplomatischen Weg" der Verhandlungen zu einer möglichen Beilegung des Ukraine-Kriegs konzentrieren.

Budanows Vorgänger, Andrej Jermak, hatte sein Rücktrittsersuchen am 28. November 2025 eingereicht. Am selben Morgen wurden seine Wohnung und sein Büro im Zusammenhang mit einem Korruptionsfall im Energiesektor, in den der Geschäftsmann Timur Minditsch verwickelt war, durchsucht. Minditsch gilt als eine von mehreren wandelnden "Geldbörsen" Selenskijs. Selenskij selbst behauptet, von den Vorgängen hinter seinem Rücken nichts gewusst zu haben.

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