Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Freitag an der Sitzung des Rates der Staatschefs der Gemeinschaft Unabhängigen Staaten (GUS) in Kirgistan teilgenommen. In seiner Rede konstatierte das Staatsoberhaupt, dass Moskau die Rezession in der europäischen Wirtschaft beobachte. Darüber freue sich Russland jedoch nicht. Wörtlich betonte Putin:
"Wir freuen uns darüber nicht, applaudieren nicht, machen uns nicht lustig. Nein. Nein, wir stellen dies einfach fest."
In der russischen Wirtschaft wurden Putin zufolge umgekehrt positive Entwicklungen verzeichnet. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes soll bis Ende des Jahres um etwa drei Prozent steigen, was ein gutes Ergebnis sei. Der Energiesektor trage zum Wachstum etwa drei Prozent bei, während die Industriebranche für 43 Prozent des BIP-Anstiegs verantwortlich sei.
Weiter hob Putin hervor, dass die Struktur der russischen Wirtschaft sich verändert, was seit Langem nicht zu beobachten gewesen war. Viele Waren, die zuvor in großen Mengen aus dem Ausland importiert worden seien, sollen immer mehr von einheimischen Unternehmen hergestellt werden. Die Umstrukturierung finde zwar statt, aber allmählich, weil nicht alles auf einen Schlag erfüllt werden könne.
In Bezug auf den Getreideabbau vermutete der Präsident eine hohe Ernte – bis zu 135 Millionen Tonnen im Jahr 2023. Damit erhalte Russland das Exportpotenzial auf ständig hohem Niveau und decke den Bedarf der GUS-Staaten an Getreidelieferungen.
Am 10. Oktober hatte der Internationale Währungsfonds die Übersicht der Weltwirtschaft veröffentlicht. Demnach ist weltweit mit der Wachstumsverzögerung und dem Rückgang der durchschnittlichen Inflationsrate zu rechnen. Russlands BIP soll um 2,2 Prozent steigen, für die Eurozone wird Wachstum um 0,7 Prozent prognostiziert.
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