Litauen: Autos mit russischen Kennzeichen müssen EU verlassen

Der litauische Zoll hat neue Richtlinien für Fahrzeuge mit russischen Kennzeichen veröffentlicht: Jene Autos, die vor dem 11. September in das EU-Land eingeführt wurden, müssen Litauen und die gesamte EU innerhalb von sechs Monaten wieder verlassen.

Russlands EU-Nachbar Litauen hat Autobesitzern mit russischen Kennzeichen eine neue Auflage gemacht: Fahrzeuge, die vor dem Inkrafttreten des Einreiseverbots (11. September 2023) ins Land eingeführt wurden, müssen die Republik und die Europäische Union innerhalb von sechs Monaten nach der Einreise verlassen. Die entsprechende Erklärung ist auf der Webseite des litauischen Zolls abrufbar.

Das Einreiseverbot gilt nicht nur für Pkw, sondern auch für Wohnmobile und Kleinbusse mit bis zu zehn Passagieren. Ausnahmen gelten für Fahrzeuge, die im Transit durch Litauen in das Kaliningrader Gebiet fahren. Diese Fahrzeuge dürfen sich jedoch nicht länger als 24 Stunden in Litauen aufhalten.

Bei Verstößen droht Vilnius mit Bußgeldern und der Beschlagnahmung des Fahrzeugs.

Anfang des Monats hatte Brüssel eine Erklärung abgegeben, wonach sich die weitreichenden Handelssanktionen gegen Russland auch auf persönliche Gegenstände wie Autos, Smartphones und sogar Toilettenartikel erstrecken. Das EU-Dokument listet mehr als 150 Gegenstände auf. Die Entscheidung löste heftige Diskussionen aus. Später erklärte die EU-Kommission, dass die Liste nur Empfehlungscharakter habe und die Länder selbst entscheiden müssten, ob sie Verbote einführen oder nicht. Lettland, Litauen, Polen, Finnland, Estland und Norwegen hatten daraufhin Autos mit russischen Kennzeichen die Einreise verboten.

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