Borrell: EU fehlt es an kritischen Ressourcen zur Herstellung von Munition für die Ukraine

Die EU müsse wichtige Ressourcen importieren, um die Munition zu produzieren, die sie in die Ukraine schickt, teilte der europäische Diplomatie-Chef Josep Borrell mit. Er ist der Meinung, dass dies die "wirtschaftliche Autonomie" der Europäischen Union untergrabe.

Der EU fehle es an kritischen Ressourcen für die Produktion von für die Ukraine vorgesehener Munition. Diese müssten importiert werden, sagte Josep Borrell, der Hohe Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik, auf einer Pressekonferenz in Brüssel, auf der eine neue wirtschaftliche Sicherheitsstrategie des Staatenverbundes vorgestellt wurde. Sie beinhaltet auch die Entwicklung von Maßnahmen zum Schutz der Lieferketten für kritische Ressourcen. Borrell behauptete:

"Um die Munitionsproduktion anzukurbeln, fehlt es uns an kritischen Materialien, die importiert werden müssen. Dies schwächt unsere strategische Autonomie und stellt ein ernsthaftes Risiko für unsere Sicherheit dar."

Bereits im vergangenen Herbst hatte Borrell darauf hingewiesen, dass es in der EU immer weniger Waffen gebe, die an die Ukraine geliefert werden könnten. Er wies auch darauf hin, dass es Europa aufgrund der Militärhilfe für Kiew an Verteidigungsfähigkeiten fehle. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg schloss sich seiner Meinung an: Am Vortag, dem 19. Juni, sagte er, dass den Verbündeten, einschließlich Deutschland, die Waffen ausgingen.

Ende letzten Jahres berichtete The Wall Street Journal, dass die europäischen Länder sich bemühten, genügend Munition für sich selbst und die Ukraine zu produzieren, aber mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen hätten. Im Februar schrieb The Financial Times über die erschöpften Bestände Europas und seine Unfähigkeit, die wachsende Nachfrage zu befriedigen.

Moskau verurteilt die Waffenlieferungen an Kiew und ist der Ansicht, dass die anderen Länder dadurch zu Konfliktparteien geworden sind. Dies werde jedoch nichts am Ergebnis der Sonderoperation ändern, so der Kreml.

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