Polen will "nach dem Sieg der Ukraine" zu einem Gashub werden

Auf einer polnisch-ukrainischen Konferenz sprach Ministerpräsident Mateusz Morawiecki über die Unabhängigkeit seines Landes von Lieferungen aus Russland. Warschaus größter Plan bestehe aber darin, "nach dem Sieg der Ukraine" zu einem Energiehub in Mitteleuropa zu werden.

Am Mittwoch hat in Warschau die polnisch-ukrainische Energiekonferenz "E23: PL for UA" stattgefunden. Mit einer Rede wandte sich auch Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki an Vertreter der Regierungen beider Länder, wobei er sich vor allem auf die Unabhängigkeit im Bereich Energie konzentrierte.

Wie der Regierungschef betonte, war Russland vor dem Jahr 2015 der größte Lieferant von Kohlenwasserstoffen. Stand heute sei das Land im Bereich Energie von Russland absolut unabhängig. Zu diesem Zweck habe Warschau die Baltic Pipe gebaut, das Flüssiggasterminal in Świnoujście ausgebaut und Gaslieferverträge mit Ländern weltweit unterzeichnet.

"Über die zwei Amtszeiten haben wir Polen zu einer vollständigen Unabhängigkeit von Russland gebracht – kein russisches Gas und kein russisches Öl."

Außerdem soll Polen bereits aktiv eine neue Energieordnung in der EU aufbauen, so Morawiecki weiter. Die Beziehungen des Landes zu seinen Nachbarn seien so stark wie noch nie zuvor. Der Sieg der Ukraine im Konflikt mit Russland, vermutet der Ministerpräsident, würden völlig neue Perspektiven in der Region öffnen. Polens Plan bestehe darin, zu einem Energieumschlagpunkt – insbesondere für Gaslieferungen – in Mitteleuropa zu werden.

Morawiecki schloss auch nicht aus, dass die Kernenergie in der Zukunft das Rückgrat der polnischen Energiewirtschaft bilden werde. Die ukrainischen Atomkraftwerke würden von einem Unternehmen betrieben, mit dem Polen ebenfalls einen Vertrag über die Bereitstellung der Technologien schließen werde. Zum Schluss betonte der polnische Regierungschef, dass sich Warschau in seiner Zusammenarbeit mit Kiew auf die Beziehungen mit den USA orientieren werde.

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