EU-Parlament stimmt für Schengen-Beitritt Kroatiens

Am Donnerstag hat das EU-Parlament in Brüssel für den Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum gestimmt. Die Grenzkontrollen an den Land- und Seegrenzen zu den anderen Schengen-Staaten sollen bereits ab dem 1. Januar 2023 fallen.

Kroatien rückt einem Beitritt zum kontrollfreien Schengen-Raum zum 1. Januar 2023 immer näher. Das Europaparlament bescheinigte dem beliebten Urlaubsland an der Adria am Donnerstag, alle notwendigen Bedingungen zu erfüllen.

Bevor Kroatien dem Schengen-Raum tatsächlich beitreten darf, müssen die bestehenden Schengen-Mitglieder noch einstimmig zustimmen. Grundsätzlich hatte der Rat der EU-Staaten bereits im Dezember 2021 befunden, dass das Land die Voraussetzungen erfüllt. Die nun noch ausstehende Entscheidung könnte im Dezember folgen.

Lange Staus zwischen Slowenien und Kroatien auf dem Weg in den Urlaub könnten dann bald der Vergangenheit angehören. Die EU-Kommission hatte bereits im Jahr 2019 festgestellt, dass Kroatien die entscheidenden Bedingungen erfüllt. Kroatien führt im Jahr 2023 zudem den Euro als Zahlungsmittel ein.

Das Europaparlament betonte in seinem Beschluss vom Donnerstag unter anderem, dass die EU-Kommission künftig regelmäßig prüfen solle, ob Kroatien an seinen EU-Außengrenzen Grundrechte einhält. Dem Land war mehrfach vorgeworfen worden, Schutzsuchende brutal zurückzuweisen und ihnen keinen Zugang zu einem Asylverfahren zu gewähren.

Im Schengen-Raum, dem derzeit insgesamt 26 europäische Länder angehören, gibt es in der Regel keine stationären Personenkontrollen an den Grenzen. Für die Aufnahme müssen Staaten bestimmte Kriterien erfüllen, unter anderem bei der polizeilichen Zusammenarbeit und dem Schutz personenbezogener Daten. Neben Kroatien warten auch Bulgarien und Rumänien darauf, dem Schengen-Raum beitreten zu dürfen.

(rt/dpa)

Mehr zum Thema - Deutsche Visa für Russen: De jure möglich – de facto nicht