Nicht schutzbedürftig: Schweden lehnt Asyl für russischen Oppositionspolitiker ab

Pawel Tschuprunow ist nach eigenen Angaben vor der russischen Polizei aus Sankt Petersburg nach Schweden geflohen. Sein Antrag auf politisches Asyl lehnten die Schweden jedoch ab. Russland biete genügend Schutz für Oppositionelle. Tschuprunow ist überzeugt, in Russland ist sein Leben in Gefahr.

Im August 2020 wurde der russische Oppositionspolitiker Alexei Nawalny angeblich auf einem Flug zwischen Sibirien und Moskau Opfer eines Giftattentats. Der Putin-Kritiker floh nach Berlin und wurde weltberühmt. Heute sitzt er in Haft.

Weniger bekannt ist der russische Oppositionspolitiker Pawel Tschuprunow. Er hatte mit Nawalnys Organisation zusammengearbeitet und versucht, bei den Kommunalwahlen zu kandidieren.

Ein Klopfen der Polizei mitten in der Nacht an seiner Haustür filmte er durch den Türspion. Davor hatte er an einer Demonstration teilgenommen. Dies war für Tschuprunow Grund genug, nach Schweden zu fliehen. Den schwedischen SVT-Nachrichten sagte er:

"Wenn ich Russland nicht verlassen würde, müsste ich mehrere Jahre im Gefängnis verbringen." 

Die Wahl fiel auf Schweden, da er bereits ein schwedisches Visum besitzt. Dort beantragte er politisches Asyl bei den Behörden. Die schwedische Einwanderungsbehörde (Migrationsverket) sah aber keinen Grund für politisches Asyl. Sie befand, auch in Russland gäbe es akzeptablen Schutz durch die Behörden – auch "für Menschen, die Missbrauch und Misshandlungen ausgesetzt sind". Der Oppositionspolitiker zeigte sich über die Entscheidung überrascht und schockiert. 

In Russland war Tschuprunow Mitglied von "Offenes Russland", einer Organisation von Michail Chodorkowski, die dort inzwischen verboten ist.

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