Gesundheitspässe nicht kontrolliert: Schweizer Polizei betoniert Lokal und verhaftet Inhaber

Die Betreiber eines Lokals im schweizerischen Zermatt weigern sich, die "Gesundheitszertifikate" ihrer Gäste zu kontrollieren. Am Samstag versperrte die Polizei den Eingang zum Lokal mit Betonblöcken. Am Sonntag folgte die Festnahme der Wirte – offenbar unter Einsatz von körperlicher Gewalt.

Große Aufregung in der Schweiz: Seit über einem Monat weigern sich die Wirte des Restaurants "Walliserkanne" in Zermatt, die "Gesundheitszertifikate" ihrer Gäste zu kontrollieren. Am vergangenen Wochenende eskalierte die Situation. Am Samstag versperrte die Polizei den Eingang des Lokals mit Betonblöcken.

Trotzdem hielten die Inhaber das Lokal geöffnet und "verwandelten" die Betonbarrieren kurzerhand in eine "Bar". Am Sonntag wurden die Betreiber dann vorübergehend festgenommen. Dabei soll es auch zur Anwendung von körperlicher Gewalt gekommen sein. Laut einem Augenzeugen, der der Schweizer Zeitung Blick zufolge angab, sich als Vermittler zwischen Behörden und Betreibern angeboten zu haben, sei die Polizei bei der Verhaftung äußerst brutal vorgegangen.

"So etwas habe ich noch nie gesehen", zitiert der Blick den Augenzeugen, bei dem es sich um einen überregional bekannten Bergführer und Gastrounternehmer handeln soll, der selbst doppelt geimpft sei und in seinen Betrieben die Corona-Regeln umsetze. Die Zeitung zitiert den Zeugen weiter mit den Worten:

"Im Rudel ging die Polizei auf die Familie los, mit Fäusten und Schuhen — und zwar ohne Vorwarnung."

Die Familie habe sich zunächst nicht gewehrt, so der Zeuge weiter. Die Mutter eines Inhabers sei "zusammengeschlagen" und dem Sohn "die Schulter ausgerenkt" worden. Laut dem Zeugen seien "50 Polizisten" dabei gewesen, die auch ihn weggedrängt hätten. Ob die Familie danach Gegenwehr geleistet hätte, habe er nicht gesehen, zitiert ihn der Blick weiter. Dieses Video auf Twitter soll kurz vor dem Einsatz aufgenommen worden sein:

Die Walliser Kantonspolizei ging laut der Zeitung nicht genauer auf die Vorwürfe ein. Sie betonte aber, dass "die Verhaftungen nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit" geschehen seien. Man habe "angemessen auf die Situation reagiert", zitiert der Blick einen Sprecher. Der Polizeisprecher habe jedoch durchblicken lassen, dass sich die Betreiber nicht ohne Widerstand festnehmen ließen. 

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