Wegen kalten Winters: Russische Gasexporte nach Europa steigen 2021 um 30 Prozent

Russland hat seine Gasexporte nach Europa im Jahr 2021 um 30 Prozent gesteigert. Grund ist der ungewöhnlich kalte Winter, den Europa dieses Jahr erlebte. Der größte Käufer von russischem Gas ist Deutschland.

Der russische staatliche Energieriese Gazprom hat seine Lieferungen von Erdgas nach Europa im ersten Quartal des laufenden Jahres um 30,7 Prozent erhöht, wie aus vorläufigen Daten hervorgeht. Der beeindruckende Anstieg gegenüber dem Vorjahr auf fast 53 Milliarden Kubikmeter sei Berichten zufolge auf die besonders kalte Wintersaison zurückzuführen. Im März beliefen sich die Lieferungen auf 18,2 Milliarden Kubikmeter und erreichten damit ein Allzeithoch.

Deutschland, der größte Importeur von russischem Gas, hat seine Einkäufe in den ersten drei Monaten des Jahres 2021 fast verdreifacht. Berichten zufolge wurden die meisten Lieferungen über die Nord Stream-Gaspipeline geliefert, die unter der Ostsee von Russland direkt nach Deutschland führt und die Nachbarstaaten umgeht.

Die Exporte nach Serbien stiegen deutlich um 71,3 Prozent, während die Verkäufe nach Bulgarien und Griechenland nach Inbetriebnahme der Turkish Stream-Gaspipeline um 52,4 Prozent bzw. 23,4 Prozent stiegen. Rumänien, das wiederholt von seiner Energieautarkie gesprochen hatte, steigerte den Kauf von russischem Gas um enorme 90 Prozent. Die Lieferungen erfolgten über die Ukraine und Moldawien, eine weitaus kostenintensivere Methode als die mögliche Lieferung über die türkische Gaspipeline.

Die Exporte von Gazprom in die Türkei haben sich im ersten Quartal 2021 mehr als verdoppelt. Mit einem Anstieg von 106,6 Prozent war das russische Unternehmen trotz der von Ankara unternommenen Diversifizierungsbemühungen der größte Energieversorger des Landes. Bisher können Energieimporte aus Aserbaidschan das russische Gas nicht vom türkischen Markt verdrängen. Im Jahr 2020 senkte Gazprom die Gasexporte auf 179,3 Milliarden Kubikmeter, da die COVID-19-Pandemie die Energienachfrage der internationalen Verbraucher stark negativ beeinflusste.

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