Nahost

Fragte Washington den Iran um Erlaubnis für einen begrenzten Luftschlag?

Die New York Times berichtete als Erste über einen US-Luftschlag der USA auf den Iran, der in letzter Minute von Donald Trump abgebrochen wurde. Die Iraner behaupten nun, Washington habe um Erlaubnis für einen begrenzten Angriff gefragt und eine Absage kassiert.
Fragte Washington den Iran um Erlaubnis für einen begrenzten Luftschlag?Quelle: Reuters

Als der Iran am 20. Juni eine teure US-Überwachungsdrohne des Typs Global Hawk RQ-4 abschoss, die zusammen mit einem Spionageflugzeug in den iranischen Luftraum eindrang, sannen die Kriegsbefürworter in der US-Regierung nach Rache. Wie das Flaggschiff des Mainstreams, die New York Times, noch am selben Tag berichtete, befahl Präsident Donald Trump einen Luftschlag gegen iranische Stellungen, den er aber im letzten Moment abbrach. Trump selbst dementierte den Bericht und sagte, die Kampfjets seien noch nicht unterwegs gewesen, wie die Zeitung berichtete.

Nun bot der Iran eine eigene Darstellung der Geschehnisse an jedem Tag.

Am Sonntag sagte Brigadegeneral Gholam Reza Dschalali von den Revolutionsgarden, dass die USA über einen diplomatischen Kanal (vermutlich Oman) bei Teheran angefragt haben, ob sie einen begrenzten Angriff ausführen könnten, um das Gesicht zu wahren. Der Iran könne selbst die Ziele festlegen, soll es aus Washington geheißen haben.

Nach dem Abschuss der feindlichen Drohne kündigte der Feind über diplomatische Vermittler an, dass er limitierte Operationen in einer unwichtigen und verlassenen Gegend durchführen wolle, um das Gesicht zu wahren, und bat uns darum, nicht (militärisch) zu antworten. Die Antwort der Islamischen Republik lautete, dass wir jegliche Operation als Beginn eines Krieges betrachten und wir darauf antworten werden.

Auch der britische Botschafter in Washington bezweifelt die offizielle Darstellung der US-Regierung zu diesem Vorfall, wie nach dem explosiven Leak der Botschaft bekannt wurde. So sagte Sir Kim Darroch über die Aussage Donald Trumps, dass er den Luftschlag aufgrund der potenziellen 150 Todesopfer abbrach, dass sie "einfach keinen Sinn ergibt".

Es ist wahrscheinlicher, dass er nie vollkommen davon überzeugt war und dass er sich Sorgen darüber machte, wie sich dieser offensichtliche Bruch seiner Wahlversprechen von 2016 auf die nächsten Präsidentschaftswahlen 2020 auswirken würde.

Unterdessen warnte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Iran erneut, als er den Luftwaffenstützpunkt Nevatim mit der dort stationierten F-35-Staffel besuchte.

"Der Iran hat vor Kurzem mit der Zerstörung Israels gedroht", sagte Netanjahu vor einem Kampfjet stehend. "Er sollte sich daran erinnern, dass diese Flugzeuge jeden Ort im Mittleren Osten erreichen können, einschließlich des Iran und natürlich auch Syriens."

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