Erdoğan in Moskau: Solidarität zwischen Ankara und Moskau trägt zum regionalen Frieden bei

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Moskau willkommen geheißen. Auf dem Treffen lobte Erdoğan die Kooperation mit Russland im Rahmen der Syrien-Krise als positive Entwicklung für die Region.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte Erdoğan, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern weiter ausgebaut werde. Erdoğan, der auch zum Ausbau des Handelsvolumens mit Russland auf 100 Milliarden US-Dollar aufrief, betonte:

Das ist unser erstes Treffen in diesem Jahr. Ich bin sehr froh, dass wir das realisieren konnten. Die politische, wirtschaftliche, militärische und kulturelle Zusammenarbeit, in all diesen Feldern gibt es eine ernsthafte Entwicklung.

In Hinblick auf Konfliktregionen wie Syrien erklärte Erdogan:

Die gegenseitige Solidarität und Kooperation trug zum regionalen Frieden bei. Der Astana-Prozess und die trilateralen Treffen haben die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen. Nochmal, ich glaube, dass die Fortführung des Prozesses sehr nützlich ist.

Der russische Präsident wiederum begann seine Ansprache, indem er seinen Amtskollegen einen "lieben Freund" nannte. Putin lobte die Entwicklung der bilateralen Beziehungen und fügte hinzu, dass die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland durch Erdoğans Bemühungen erst das gegenwärtige Niveau erreichen konnten.

Insbesondere hob der russische Präsident die Zusammenarbeit im Tourismussektor hervor. Demnach stieg die Zahl russischer Touristen in der Türkei um 30 Prozent an, auf rund sechs Millionen Menschen. Putin merkte an:

Das ist der Beweis dafür, dass die Menschen unserer beider Länder positiv auf die sich ändernde Beziehung zwischen unseren Ländern reagieren.

Mit Bezug auf die diversen strategischen Projekte, wie die TurkStream-Pipeline oder die Akkuyu Nuklearanlage, fügte das russische Staatsoberhaupt hinzu:

Unsere wichtigsten Projekte laufen wie geplant weiter.

Erdoğan wird bei seinem eintägigen Arbeitsbesuch von einer umfassenden Delegation begleitet, darunter Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, Energieminister Fatih Dönmez, Verteidigungsminister Hulusi Akar, Landwirtschafts- und Forstminister Bekir Pakdemirli und Geheimdienstminister Hakan Fidan.

Die Türkei und Russland haben im vergangenen Jahr in Syrien in vielen Fragen im Rahmen von sieben persönlichen und 18 telefonischen Konsultationen eng zusammengearbeitet. Daraus resultierte das Sotschi-Abkommen. Im September 2018 vereinbarten Erdoğan und Putin nach ihren Gesprächen in Sotschi, eine entmilitarisierte Zone in Idlib einzurichten, um Spannungen zwischen Rebellen und der syrischen Regierung abzubauen und einen neuen Konflikt in der Provinz zu verhindern.

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