Am Sonntag verabschiedeten die Staats- und Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands eine gemeinsame Erklärung zur Beteiligung am Krieg gegen Iran. Neben britischen Medien berichtete am Montag auch die Jerusalem Post darüber. Demnach erklärten sich Starmer, Macron und Merz nach "wahllosen und unverhältnismäßigen Raketenangriffen Irans" bereit, Maßnahmen zum Schutz ihrer Interessen in der Region zu ergreifen. In der gemeinsamen Erklärung der drei Staatschefs hieß es:
"Wir werden Maßnahmen ergreifen, um unsere Interessen und die unserer Verbündeten in der Region zu verteidigen, und möglicherweise Raketen und Drohnen auf die Quelle der Angriffe abfeuern.
Wir haben vereinbart, diesbezüglich mit den USA und den Verbündeten in der Region zusammenzuarbeiten."
Außerdem teilte der britische Premierminister Keir Starmer am Sonntag mit, Großbritannien habe den USA genehmigt, britische Stützpunkte für Verteidigungsangriffe gegen iranische Raketen in Lagerdepots oder Abschussrampen zu nutzen. Dies hätten die USA bei Großbritannien beantragt. Starmer erläuterte in einer Videobotschaft auf X:
"Die Vereinigten Staaten haben um die Erlaubnis gebeten, britische Stützpunkte für diesen spezifischen und begrenzten Verteidigungszweck zu nutzen. Wir haben beschlossen, diesem Antrag zuzustimmen, um zu verhindern, dass Iran Raketen in der Region abfeuert."
Ausdrücklich betonte der britische Premier, dass Großbritannien bislang nicht an den gemeinsamen Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran beteiligt war. London würde sich auch nicht an weiteren Angriffswellen auf Iran beteiligen. Allerdings seien auch britische Staatsbürger von den iranischen Angriffen betroffen. Schließlich hätten iranische Raketen in der "gesamten Region" auch Hotels und Flughäfen getroffen, wo sich britische Staatsbürger befänden. Doch Großbritannien sei der Meinung, der beste Weg bestehe nicht in einer militärischen Auseinandersetzung, sondern in einer Verhandlungslösung. Konkret sagte Starmer:
"Unsere Entscheidung, dass sich Großbritannien nicht an den Angriffen auf Iran beteiligen würde, war bewusst getroffen, nicht zuletzt, weil wir glauben, dass der beste Weg für die Region und für die Welt eine Verhandlungslösung ist, in der Iran zustimmt, alle Bestrebungen zur Entwicklung einer Atomwaffe aufzugeben [...] Aber Iran greift dennoch britische Interessen an und setzt die britische Bevölkerung einem enormen Risiko aus."
Die Partner Großbritanniens am Golf hätten das Land gebeten, mehr für ihren Schutz zu tun, so Starmer. Deshalb sei es seine Pflicht, "britische Leben" zu schützen. Britische Kampfflugzeuge seien bereits an koordinierten Verteidigungsoperationen beteiligt und hätten iranische Angriffe abgefangen. Aber die iranische Bedrohung könne man nur stoppen, indem man ihre Raketen in Lagerdepots oder Abschussrampen zerstöre.
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