"Wir sind auf jede feindliche Aktion gefasst" - Iran verbessert Raketensysteme

Während die Spannungen zwischen den USA und Iran nicht abnehmen, macht sich das Nahostland auf einen bewaffneten Konflikt gefasst. Seit dem Zwölf-Tage-Krieg gegen seinen Erzfeind Israel will Iran seine Raketensysteme und somit die Abschreckung verbessert haben.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen mit den USA hat Iran eine deutliche Warnung an seine Gegner geschickt. Der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mousavi, erklärte am Mittwoch bei einer Inspektion in einer sogenannten unterirdischen Raketenstadt, dass das Land seine ballistischen Raketensysteme wesentlich verbessert habe. Die Nachrichtenagentur Mehr zitierte den Generalmajor mit den Worten:

"Durch die Modernisierung aller technischen Parameter der ballistischen Raketen hat Iran seine Abschreckungsfähigkeit gestärkt."

Um jegliche Missverständnisse auszuräumen, fügte Mousavi hinzu, dass sein Land auf jede feindliche Aktion vorbereitet sei. Nach dem sogenannten Zwölf-Tage-Krieg gegen Israel habe das Land zudem seine Militärdoktrin geändert, wobei sie nicht mehr defensiv, sondern offensiv sei und eine heterogene Kriegsführung sowie eine vernichtende Antwort im Fall eines Angriffs vorsehe.

Der Konflikt zwischen den USA und Iran hatte sich Anfang Januar zugespitzt. US-Präsident Donald Trump drohte der Führung in Teheran mit einem militärischen Durchgreifen, sollten die iranischen Sicherheitskräfte die massenhaften Proteste im Land brutal unterdrücken. Laut Schätzungen von Menschenrechtlern könnten bei den Demonstrationen zwischen 5.000 und 18.000 Menschen getötet worden sein. Die Zahlen ließen sich aber bislang nicht unabhängig prüfen. Allmählich ebbten die Proteste ab, die USA setzten ihren Druck jedoch fort und forderten das Ende des iranischen Atom- und Raketenprogramms.

In der vergangenen Woche schickte Trump eine "großartige Armada" in die Region, darunter den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Teheran warnte, dass jeder Angriff eine Kriegserklärung als Folge haben würde. Gleichzeitig ließ die iranische Führung die Tür für einen Dialog offen.

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