Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat laut offizieller Mitteilung seitens Teheran Anordnung an seine Regierungsmitglieder gegeben, mögliche Gespräche mit den USA in der Türkei vorzubereiten, aber gleichzeitig vor weiteren Drohungen aus Washington gewarnt. Damit erfolgt die erste ausdrückliche Bestätigung seitens Iran, dass Teheran ein Interesse äußert, gegenseitige Verhandlungen aufzunehmen.
Peseschkian hat seinen Außenminister Abbas Araghtschi angewiesen, "faire und gleichberechtigte Verhandlungen" mit den USA zu führen. Voraussetzung dafür sei, dass es ein passendes Umfeld gebe, keine weiteren Drohungen sowie auch keine unrealistischen Forderungen, so die Formulierung auf X. Abschließend lautet die Mitteilung:
"Diese Verhandlungen werden im Rahmen unserer nationalen Interessen geführt."
Die Verhandlungen müssten von "den Prinzipien der Würde, Umsicht und Zweckmäßigkeit" geleitet sein. Die Vereinigten Arabischen Emirate forderten zuvor laut arabischen Agenturmeldungen beide Länder am Dienstag auf, "eine langfristige Lösung zu finden", nachdem US-Präsident Donald Trump erneut drohte, dass "schlimme Dinge" passieren könnten, sollte keine zeitnahe Einigung erzielt werden.
Dies ist die erste ausdrückliche Bestätigung aus Teheran, dass man eindeutige Absichten erkläre, Verhandlungen mit Washington aufzunehmen, nachdem die andauernden Spannungen nach den jüngsten Ereignissen in Iran, im Rahmen landesweiter Proteste im vergangenen Monat, weiter zu eskalieren drohten.
Das Pentagon hatte seit Jahresbeginn die zahlreichen verbalen militärischen Drohungen, die der US-Präsident seit Jahresbeginn ausgesprochen hatte, nicht umgesetzt. Trump hatte wiederholt erklärt, dass er Iran angreifen würde, sollte die Regierungsspitze in Teheran nicht aufhören, "Demonstranten zu töten, oder wenn er Hinrichtungen durchführe", so Trump.
Vertreter beider Seiten sollen sich nun nach Angaben eines arabischen Vertreters voraussichtlich am Freitag in der Türkei treffen. Dieses Treffen sei "nach Vermittlungen durch Ägypten, Katar, die Türkei und den Oman vereinbart worden", erklärte ein Vertreter der Nachrichtenagentur AFP.
Am Montag berichteten iranische Medien zu den Gerüchten, dass Peseschkian "die Wiederaufnahme der Atomverhandlungen mit den Vereinigten Staaten angeordnet habe, die nach dem zwölftägigen Krieg mit Israel im Juni 2025 ins Stocken geraten waren". Mögliche Gespräche könnten demnach "bald wieder aufgenommen werden", dies unter Beteiligung des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi und des US-Sonderbeauftragten für den Nahen Osten, Steve Witkoff.
Offiziell bestätigt wurde ein mögliches Treffen im Verlauf der Woche weder seitens Washingtons noch seitens Teherans.
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